Neue Alliance SwissPass vereint Tarifverbünde

Neue Dachorganisation im öffentlichen Verkehr

Der SwissPass wird zum Symbol für die erweiterte Zusammenarbeit.

17 Tarifverbünde schliessen sich zur neuen Alliance SwissPass zusammen. Der neuen Dachorganisation im öffentlichen Verkehr gehören 250 nationale und regionale Transportunternehmen an.

Auf das neue Jahr haben sich die 17 Tarifverbünde der Schweiz zu einer gemeinsamen Dachorganisation zusammengeschlossen. Ziel der neuen Alliance SwissPass sei es, sicherzustellen, dass man in der Schweiz auch weiterhin mit einem Billet von A nach B komme. «Und zwar unabhängig davon, wer die jeweilige Linie betreibt», so der Geschäftsführer der neuen Organisation, Helmut Eichhorn, am Dienstag vor den Medien in Bern.

Das Prinzip, dass ein Abonnement auf allen Strecken des Landes gelte, sei keineswegs selbstverständlich. «In anderen Ländern gibt es das nicht», so Helmut Eichhorn weiter. Und Bernhard Guillelmon, Vizepräsident des Strategierats der Alliance SwissPass und CEO der BLS ergänzte: Damit dies weiterhin möglich bleibe, brauche es eine intensive Zusammenarbeit der Transportunternehmen und Tarifverbünde. 

Dabei gehe es zunächst um technische Fragen: «Wir müssen zum Beispiel sicherstellen, dass ein Ticket im ganzen Land gelesen werden kann», so Guillelmon. Weiter müsse man dafür sorgen, dass überall die gleichen Standards gültig seien. Dabei gehe es etwa um die Fragen, wie lange ein einmal gelöstes Ticket gültig sei.

Tariforganisationen und Tarifverbünde zusammenführen

Der Zusammenschluss zur Alliance SwissPass bedeutet aber nicht, dass nun ein einheitliches Tarifsystem eingeführt wird. Andreas Büttiker, Vorsitzender der Versammlung der Verkehrsverbünde, unterstrich vor den Medien, dass man am bestehenden dualen System festhalten werde. «Nationale und lokale Mobilität haben unterschiedliche Bedürfnisse und werden anders finanziert», so Büttiker. Dies müsse man berücksichtigen.

Neue Technologien würden es jedoch ermöglichen, trotz komplexer Tarifsysteme einen einfachen Zugang zum Schweizer öV zu gewährleisten. Ein Beispiel dafür sei das automatische Ticketing, bei dem die gefahrene Strecke per App erfasst und abgebucht wird. «Das zeigt, dass der Schweizer öV nach wie vor Pionierleistungen erbringt», sagte Guillelmon. 

Zu den Aufgaben der neuen Organisation gehört es, die Tarifmassnahmen, Sortimentsanpassung oder eben die Einführung von Check-in-Tickets untereinander abzustimmen. Die Organisation schliesst mehrere bestehende Gremien zusammen, die sich bisher um diese Fragen gekümmert haben. So vereint sie beispielsweise die vorher weitgehend getrennten Welten der nationalen Tariforganisation und jene der regionalen Tarifverbünde.

Das Generalabonnement steht nicht zur Diskussion

Keine Auswirkungen hat der Zusammenschluss auf das Generalabonnement. Die Verantwortlichen betonten, dass es derzeit überhaupt keinen Grund und auch keine Pläne gebe, das Generalabonnement (GA) abzuschaffen. «Das GA ist ein Bedürfnis der Bevölkerung,» sagte Andreas Büttiker. Das automatische Ticketing sei keine Konkurrenz, sondern vornehmlich ein Angebot für gelegentliche Nutzer des öffentlichen Verkehrs.

Im Frühjahr 2019 wurde ein brisantes Branchenpapier publik: Darin hiess es, dass das Generalabonnement 10 Prozent teurer werden könnte. Das Studenten-GA sollte auf Ende 2019 sogar ganz gestrichen werden, so das interne Papier. Nach breiten Protesten machte die Tariforganisation CH-Direct – die nun auch unter dem Dach der Alliance SwissPass ist – einen Rückzieher und legte den Plan auf Eis.

(Quelle: CH Media)

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