Viadukt Willerzell ist gerettet

Die SBB bezahlt 22 Millionen Franken für die Sanierung

Die Konzessionsgeber haben den Weg frei gemacht für die SBB, damit diese am Sihlsee weiterhin Strom produzieren können. Nach sechsjährigen Verhandlungen einigten sich die Parteien, dass die SBB das Willerzellerviadukt sanieren und mehr Gratisstrom abgeben müssen. Das Etzelwerk am Sihlsee bei Einsiedeln produziert seit 80 Jahren Strom. Die SBB haben dafür eine Übergangskonzession, die aber 2022 ausläuft. Für eine neue Konzession einigten sich die Konzessionsgeber, die Kantone Schwyz, Zug und Zürich sowie die Bezirke Einsiedeln und Höfe mit den SBB in den Verhandlungen.

Gegenstand waren neun Themen, wie der Schwyzer Regierungsrat René Bünter (SVP) am Donnerstag vor den Medien in Einsiedeln ausführte. Er sprach angesichts der vielen Beteiligten von einer einmaligen Konstellation in der Schweiz, die zur langen Verhandlungsdauer beigetragen habe.

"Wichtigster Verhandlungspoker" war laut Bünter die Energie, welche die SBB künftig zu Vorzugskonditionen an die Konzessionsgeber abtreten. So erhalten diese neu 1 Prozent Gratisenergie, was für 580 Haushalte pro Jahr reicht, statt wie bislang bloss 0,5 Prozent. 15 Prozent können der Kanton Schwyz und die Bezirke zudem zum Selbstkostenpreis erwerben, bisher waren es 10 Prozent gewesen.

Fällig werden weiter eine einmalige Konzessionsgrundgebühr von 8 Millionen Franken für Fliesswasser und eine von 500'000 Franken für Pumpwasser, letztere kommt vollumfänglich dem Kanton Schwyz zu. Das Pumpspeicherkraftwerk wird mit Wasser aus dem Sihlsee betrieben, bei Bedarf kann Wasser vom Zürichsee in den Sihlsee gepumpt werden.

Keine Veränderungen gibt es bei den Wasserzinsen von rund drei Millionen Franken jährlich, die sich allerdings die Konzessionsgeber gemäss Wasserrechtsgesetz neu aufteilen. So erhalten die Schwyzer Parteien künftig noch 37 Prozent, bislang waren es 47 Prozent gewesen. Der Löwenanteil geht mit 47 Prozent an den Kanton Zürich.

Willerzeller Viadukt bleibt bei SBB

Ein schwerer Brocken in den Verhandlungen war das Willerzellerviadukt. Die 1110 Meter lange direkte Strassenverbindung nach Einsiedeln über den Sihlsee ist sanierungsbedürftig. "Wir konnten die SBB überzeugen, dass das Viadukt in ihrem Eigentum bleibt", sagte Bünter. Sie saniert es für rund 22 Millionen Franken und kommt für Unterhaltskosten auf. Ab 2038 soll die Fahrbahn verbreitert werden.

Simon Ryser von den SBB sprach von einer "soliden Lösung", die man erzielt habe. Das Werk, das zehn Prozent des Schweizer Bahnstroms liefert, sei von strategischer Bedeutung mit seiner Lage im Grossraum Zürich. Als Pumpspeicherkraftwerk könne man es bei schwankender Stromproduktion flexibel einsetzen. Zudem haben die SBB das Ziel, dass der Bahnstrom bis 2025 zu 100 Prozent erneuerbar sei.

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