Coal - Masquerade

Engstirnigkeit und sich in einem fest gefahrenen Lebensmuster zu bewegen, das ist Coal ein Graus. „Veränderungen sind mein steter Antrieb, mein Motor – zum Leben und fürs Songwriting. Ich muss raus in die weite Welt. Meinen Horizont erweitern.“ Gepackt vom Fernweh und getrieben von dem Drang, andere Kulturen kennenzulernen, hat sich Coal für eine Weile von seiner behüteten Heimat verabschiedet, um in den USA Inspiration und Kontakte für sein neues Album zu finden. Er hat alles aufgesaugt. Eindrücke, Stimmungen. „Die Musik im stillen Kämmerlein zu schreiben, ist realitätsfremd“, so Coal. „Man muss sich vom Leben inspirieren lassen. Von den guten Seiten ebenso wie von den schlechten.“ Coal schaut gerne hinter die Fassaden der Kulturen. Er lässt sich nicht wie ein Pauschaltourist vom Klischee blenden. Als akribischer Beobachter das Alltags vermischen sich in seinen Geschichten Realität und Fiktion: „Alle meine Lieder leben davon. Meistens weiss ich nicht mehr, was erlebt, was erfunden ist.“ Nach den 2004 besuchten Country-Metropolen Nashville und Austin verschlug es Coal diesmal für ein halbes Jahr nach New York. Er knüpfte Kontakte zu Exponenten der Musikbranche, trat in kleinen Bars mit schweiss- und alkoholgeschwängerter Luft auf.

Coal ist echt und ehrlich. Der Singer-Songwriter hinterfragt, sucht nach Sinn und Unsinn – ohne aber dem Zuhörer die eigene Meinung aufzuzwingen oder auf Weltverbesserer zu machen. Seine Songs auf dem Album „masquerade“ sind so geerdet wie die Fasnacht der Innerschweiz. Bisweilen so geheimnisvoll und subtil wie die Maskenträger auf dem Markusplatz in Venedig. So begeisterungsfähig und grenzenlos wie der Karneval von Rio de Janeiro. Und so lebensbejahend und unerschütterlich wie der Mardi Gras im hurrikangebeutelten New Orleans.

Veröffentlichung: 24.08.2007

www.coal.ch

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