Kirsty – Elusive

Ihr Name ist längst bekannt, Kirsty Bertarelli, kurz Kirsty. Ihre Musik noch nicht. Sängerin und Songschreiberin war Kirsty lange bevor sie in die Schweiz übersiedelte. „Elusive“ heisst ihr Album – schwer greifbar, trügerisch, schwierig zu fassen.

„Ich sang schon immer“, sagt Kirsty. Vermutlich stiftete ihre Mutter, Sängerin und Laienschauspielerin, sie dazu an. „Unser Haus war stets voller Musik. Ich sang im Schlafzimmer, auf dem Schulweg, einfach immer – Abba, Sinatra, Ella Fitzgerald, was mir halt gerade einfiel …“ Gleichzeitig entwickelt sie als Jugendliche im mittelenglischen Staffordshire die Fähigkeit, Alltagsbegebenheiten, Gefühle und Stimmungen in Worte zu fassen: „Ich konnte mich schriftlich schon immer besser ausdrücken als mündlich“, sagt Kirsty, „und begann, über Menschen, die ich neu kennen gelernt hatte, jeweils ein Gedicht zu schreiben, das ich ihnen dann schenkte.“

1988, als 17-Jährige, stirbt sie beinahe an einer Hirnhautentzündung. „Die Ärzte gaben mir noch wenige Stunden.“ Kirsty wird gesund – und nur Wochen später zur Miss United Kingdom gekürt. Im Siegesinterview verkündete die junge Schönheit zur Verblüffung aller in die Kamera: „Eigentlich möchte ich lieber singen.“

Zwar tritt sie ihre wundersame Genesung ungern breit. „Es klingt mir etwas zu sehr nach dramatischer Wende“, sagt sie. „Aber wenn du um ein Haar stirbst, wird dir schon bewusst, welch wertvolles Geschenk das Leben ist. Und dass man mit voller Kraft das tun sollte, was man am liebsten tut! Noch im Spital schrieb ich alles nieder, was mir wichtig war, und merkte, dass ich das Schreiben und das Singen künftig verbinden wollte.“

Kirsty schreibt Songs. Als einer davon, „Black Coffee“, interpretiert von der englischen Popgruppe All Saints, zum Nummer-eins-Hit wird, da hat sie bereits Ernesto Bertarelli geheiratet, ist in die Schweiz gezogen. Neun Jahre später ist die Zeit für die inzwischen dreifache Mutter Kirsty nun reif, sich endlich wieder der alten Leidenschaft zu widmen. Und auch ihren Hit „Black Coffee“ nimmt sie sich zurück. „Es war fantastisch, meinen Song am Radio zu hören und am TV zu sehen, aber ich hörte meine Gefühle nicht mehr heraus.“ Umso persönlicher, ausdrucksstärker singt sie jetzt den Titel zum Abschluss ihres Albums.

Auf „Elusive“ steht der süffige Electropop von „Don’t Say“, einem klassischen Beziehungsstück um Knatsch und Versöhnung, neben der intimen Soulballade „New Love Song“, der mädchenhaft kecke Gesang von „Elusive“ neben dem hingebungsvollen „Oceans“.

Veröffentlichung: 15. Januar 2010

www.kirsty-music.com

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