RUAG baut in Emmen für gut 30 Millionen Franken

In Emmen sollen Raketenteile künftig billiger produziert werden können

Visualisierung der neuen RUAG-Halle auf dem Flugplatz in Emmen.

Die RUAG investiert in Emmen gut 30 Millionen Franken. Mit dem Geld wird auf dem Flugplatz eine neue Halle gebaut. Dort sollen in Zukunft auf neuartige Weise Raketenteile hergestellt werden. Heute Morgen wurde der Spatenstich gefeiert.

Schutzhülle für Satelliten
Konkret wird in der neuen Halle eine Art „Mütze“ für die Rakete gebaut. Diese „Mütze“ schützt die Satelliten beim Start vor dem Lärm der Triebwerke und vor der Hitze, welche beim Start entsteht. Zudem sorgt dieses Bauteil für eine aerodynamische Form. Im Weltall wird diese „Mütze“ dann abgeworfen.

"Wenn wir nicht nachziehen und grosse Schritte machen, werden wir von diesem Markt verschwinden."

Bisher wurden diese „Mützen“ aus 14 verschiedenen Teilen gebaut. In Zürich wurden die verschiedenen Teile gefertigt, in Emmen wurden sie zusammengebaut. Neu werden die Schutzhüllen nur noch aus zwei Teilen hergestellt. Diese werden in Emmen in einem konventionellen Industrieofen gebaut. Anschliessend werden sie automatisch per Ultraschall überprüft.

Arbeitsplätze sollen bestehen bleiben
Mit der neuen Technologie kann RUAG Kosten einsparen. Dies sei nötig, sagt Jean-Pierre Schwander von der RUAG. Denn die Konkurrenz produziere heute günstiger: „Wenn wir nicht nachziehen und grosse Schritte machen, werden wir von diesem Markt verschwinden“. Die Effizienzsteigerung sorgt dafür, dass die einzelnen Raketenteile künftig mit weniger Arbeitskräften produziert werden können. Die RUAG rechnet aber damit, dass sie mehr Raketenteile verkaufen und so die Zahl der Arbeitsplätze halten kann.

"Wenn die RUAG in Emmen rund 30 Millionen Franken investieren will, dann ist das einfach nur ein Freudentag."

Die RUAG hat sich für den Standort Emmen entschieden, weil hier Synergien genutzt werden können. Zudem spricht der Flugplatz für den Standort Emmen. Die fertigen Raketen-„Mützen“ werden mit Flugzeugen in die USA geflogen. In Emmen ist die Freude über den Entscheid der RUAG gross. Gemeinderat Josef Schibli: „Wenn die RUAG in Emmen rund 30 Millionen Franken investieren will, dann ist das einfach nur ein Freudentag“.

Ein Jahr Bauzeit
Die neue Halle in Emmen ist rund sieben Stockwerke hoch und hat insgesamt ein Volumen von etwa 100 Einfamilienhäusern. Im Herbst 2015 soll die Produktion in der neuen Halle aufgenommen werden. Die ersten Raketen mit den neuen Schutzhüllen aus Emmen sollen dann 2018 ins Weltall starten. 

Audiofiles

  1. RUAG baut in Emmen Schutzhüllen für Raketen. Audio: Raphael Reichen
Jean-Pierre Schwander von der RUAG erklärt, weshalb die RUAG in Emmen bauen will. Der Gemeinderat von Emmen, Josef Schmidli, freut sich über die Baupläne der RUAG.

Kommentieren

comments powered by Disqus