Stadt Luzern: Ja zu Friedhofreglement

Die religiösen Symbole könnten damit aus der Abdankungshalle verschwinden

Gegen den Plan der Stadtregierung von Luzern, die Abdankungshalle im Friedental ohne religiöse Symbole zu gestalten, haben die Stimmberechtigten keinen Einwand. Sie haben das neue Friedhofsreglement mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 60 Prozent angenommen.

Das Reglement regelt die Frage der Ausschmückung indes gar nicht. Exponenten der CVP haben das Referendum ergriffen, um der Stadtregierung zum Erhalt der im katholischen Stil gehaltenen christlichen Symbole zu bringen. Die Stimmberechtigten stellten sich nun aber mit 12'920 zu 8'570 Stimmen auf die Seite der Stadtregierung. Die Stimmbeteiligung betrug 42 Prozent.

Die Abdankungshalle im Friedental war 1917 noch ohne religiöse Ausschmückung gebaut worden. Heute prägt aber ein Wandgemälde mit dem Gekreuzigten und Engeln den Saal. Da dieser kein sakraler Ort sei, aus Steuergeldern finanziert werde und somit allen offen stehe, entschied die Stadtregierung, die Halle wieder neutral zu gestalten und das Wandgemälde dauerhaft abzudecken. Dagegen wehrte sich das Referendumskomitee "Kein Bildersturm im Friedental". Es wollte erreichen, dass im Friedhofsreglement der Erhalt der christlichen Symbole als neue Bestimmung aufgenommen werde. Eine konfessionsneutrale Ausgestaltung sei ein falsches Zeichen politischer Korrektheit. Minderheiten, die sich an Kreuzen und Bildern störten, könnten diese abdecken lassen.

Die Stadtregierung hat sich schon vor der Abstimmung zu einer flexiblen Lösung bereit erklärt. Sie hält zwar an einer laizistischen Gestaltung der Abdankungshalle fest. Sie will das Wandgemälde aber nicht mehr dauerhaft abdecken, so dass es je nach Wunsch gezeigt oder nicht gezeigt werden kann.

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