Grüne-Initiative: Ist ein Atomausstieg bis 2029 realistisch?

Am 27. November entscheidet das Schweizer Stimmvolk

Das Atomkraftwerk Leibstadt

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  1. Atomausstiegsinitiative - Pro's und Contra's. Audio: Franziska Boser

In spätestens 13 Jahren soll in der Schweiz das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werden. Das verlangen die Grünen mit ihrer Atomausstiegs-Initiative, über welche das Schweizer Stimmvolk am 27. November entscheidet. Gestritten wird vor der Abstimmung nicht nur über die Sicherheitsfrage sondern auch darüber, welche Alternativen es bei der Stromproduktion gibt.

Zurzeit sind mit den AKW's Beznau 1 und Leibstadt zwei Kraftwerke abgeschaltet. Bei beiden gab es zuletzt Probleme mit der Sicherheit. Das eidgenössische Parlament hat zudem beschlossen, dass keine neuen Kernkraftwerke mehr gebaut werden dürfen. Wann die bestehenden endgültig vom Netz sollen, wurde aber nicht klar festgelegt. Genau daran stossen sich die Grünen.

Nach 45 Jahren ist Schluss
Mit ihrer Atomausstiegs-Initiative verlangen die Grünen, dass ein Atomkraftwerk nach 45 Jahren in Betrieb automatisch vom Netz muss. Für die bestehenden fünf Anlagen in der Schweiz würde dies bedeuten, dass drei davon bereits im kommenden Jahr vom Netz müssten. Die beiden anderen dann 2024 und 2029.

Für Louis Schelbert, Nationalrat der Grünen (LU), ist klar: Das ist machbar. Da bereits jetzt zwei AKW's vom Netz sind, würde nur noch eines dazu kommen. Da es aktuell keine Engpässe beim Strom gebe und auch nichts daraufhin deute, sollte auch ein drittes AKW ohne Probleme vom Netz können, so Schelbert. Ausserdem gebe es in der Schweiz bereits viele andere Anlagen um Stom herzustellen, beispielsweise zahlreiche Wasserkraftwerke.

Bis 2029, wenn das letzte AKW vom Netz gehen soll, werde es zudem noch mehr andere Energieanlagen geben in der Schweiz, so Louis Schelbert weiter. Dazu gehörten etwa Solar- oder Windanlagen.

«Neue Anlagen brauchen mehr Zeit»
Anders sieht dies die Stromindustrie. Zwar seien auch die Energiekonzerne nicht grundsätzlich gegen einen Atomausstieg, es brauche aber mehr Zeit dafür, sagt CKW-Chef Felix Graf. Würde die Atomausstiegs-Initiative der Grünen angenommen, hätte die Schweiz zu wenig Produktionsanlagen um den wegfallenden Atomstrom zu ersetzten.

Deshalb müsste dann wohl zum überbrücken Strom aus dem Ausland eingekauft werden. Beispielsweise Atomstrom aus Frankreich oder Strom aus Kohlekraftwerken in Deutschland. Ob dass dann die bessere Lösung sei, bezweifle er, so Felix Graf von der CKW weiter. Die Grünen bezeichnen dieses Argument wegen den obengenannten Gründen als angstmacherei.

Bundesrat lehnt Initiative ab
Das Schweizer Stimmvolk entscheidet am 27. November über die Atomausstiegs-Initiative der Grünen. Neben Stromkonzernen und bürglerichen Parteien ist auch der Bundesrat gegen die Vorlage.

Am kommenden Mittwoch (19. Oktober) wird Energieministerin Doris Leuthard in Emmen zur Initiative sprechen. Anschliessend werden auch Nationalrat Louis Schelbert und CKW-Chef Felix Graf an einem Podium über die Initiative diskutieren. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Felix Graf, CEO CKW Nationalrat Grüne Louis Schelbert Bundesrätin Doris Leuthard.

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