Polizeieinsatz von Malters kommt vor Gericht

Regierungsrat Paul Winiker nimmt in Videobotschaft Stellung

Der Polizeieinsatz von Malters – bei dem sich im vergangenen März eine Frau umgebracht hatte – kommt vor Gericht. Der ausserordentliche Staatsanwalt werde gegen den Polizeikommandanten und den Kripochef der Luzerner Polizei Anklage wegen fahrlässiger Tötung erheben. Das schreibt das Luzerner Justiz- und Sicherheitsdepartement in einer Mittelung.

Regierungsrat Paul Winiker sei von den beiden Beschuldigten - Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann - über die Anklage informiert worden. Wie die Luzerner Zeitung heute schreibt, geht es vor Gericht um die Frage, ob der Selbstmord der 65-jährigen Frau hätte verhindert werden können, wenn die Polizei die Wohnung erst später gestürmt hätte. Davon geht der Polizeipsychologe aus. Der Staatsanwalt stütze nun offenbar diese Einschätzung. 

Keine vorsorglichen Massnahmen
In der Mitteilung der Regierung steht, dass das gerichtliche Verfahren eine Belastung sei, sowohl für die beiden Kaderleute wie auch für das Korps. Bis zum Abschluss des Verfahrens mit einem rechtskräftigen Urteil gelte die Unschuldsvermutung. Deshalb habe Paul Winiker von weitergehenden vorsorglichen Massnahmen abgesehen. 

Hintergrund des Polizeieinsatzes im vergangenen März in Malters, war der Betrieb einer Indoor-Hanfanlage des Sohnes der Frau. Der Sohn war es, der nach dem Tod seiner Mutter den Polizeikommandanten und Kripochef angezeigt hatte. 

Audiofiles

  1. Luzerner Polizeikommando kommt vor Gericht. Audio: urs niedermann

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