Geldstrafen und Bussen für Hausbesetzer

27 Personen müssen sich wegen Hausfriedensbruch verantworten

Die alte Stadtvilla an der Obergrundstrasse: 27 Personen der Besetzergruppe "Gundula" müssen sich wegen Hausfriedensbruch verantworten

Die illegale Besetzung einer alten Stadtvilla durch die Gruppe "Gundula" vom April 2016 hat Folgen. 27 Personen wurden wegen Hausfriedensbruch verurteilt. Sie wurden mit Geldstrafen und Bussen bestraft. Die Urteile sind mehrheitlich noch nicht rechtskräftig.

Gegen insgesamt 33 Personen hatte die Luzerner Staatsanwaltschaft ermittelt. Nun sind 27 Hausbesetzer wegen Hausfriedensbruchs oder Gehilfenschaft dazu verurteilt worden, wie die Luzerner Staatsanwalt am Montag in einer Mitteilung schrieb. Die bedingten Geldstrafen betragen bis zu 2'000 Franken, die Bussen bis zu 500 Franken. Zudem müssen die Hausbesetzer und ihre Gehilfen die Verfahrenskosten bis zu 460 Franken übernehmen.

Hausbesetzer aus Luzern, Genf und Zürich

Bei den Verurteilten handle es sich laut der Staatsanwaltschaft um neun Frauen und 18 Männer, hauptsächlich aus der Schweiz. Sie seien zwischen 19 und 34 Jahren alt und wohnten in den Kantonen Luzern, Genf und Zürich. Drei Untersuchungen wurden wegen zusätzlicher Delikte an andere Staatsanwaltschaften überwiesen. Diese Fälle sind noch offen.

Auch gegen drei Journalisten, welche vor Ort über die Hausbesetzung berichtet haben, hat die Staatsanwaltschaft Luzern Strafuntersuchungen geführt. Sie wurden verdächtigt, dass sie sich auch illegal und ohne Bewilligung auf dem Gelände aufgehalten haben. Laut der Staatsanwaltschaft kam es dabei zu einer Verurteilung. In zwei Fällen würden die Strafuntersuchungen voraussichtlich eingestellt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Vorwürfe an die Grundeigentümerin

Die alte Stadtvilla an der Obergrundstrasse 99 in Luzern steht seit längerem leer. Der Hausbesitzer kündigte an, das Haus abreissen zu lassen. Vor einem Jahr wurde diese Liegenschaft von Personen der Gruppierung "Gundula" illegal besetzt (Radio Pilatus berichtete). Sie forderten mehr Freiräume und warfen dem Grundeigentümer vor, die Villa dem Verfall zu überlassen. Die Eigentümerin der Liegenschaft erhob daraufhin Strafklage wegen Hausfriedensbruchs. Die Besetzer verliessen das Haus am 30. April 2016 freiwillig. Ob unter den Verurteilten auch Personen sind, die vor drei Wochen das Nachbarhaus besetzten, ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt.

Gemäss der Luzerner Baudirektorin Manuela Jost soll die Villa in der Stadt Luzern durch einen Neubau ersetzt werden. Man wolle das Projekt möglichst bald präsentieren.

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