Schweizer Hotellerie kämpft gegen den Fachkräftemangel

Mehr Wertschätzung und mehr Mittel für Talentförderung

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Am zehnten Tag der Schweizer Hotellerie in Luzern diskutierte der Schweizerische Hotelfachverband hoteleriesuisse Massnahmen gegen den Fachkräftemangel. Neben der Talentförderung komme es auch auf die Führungskultur an.

Der Nachwuchs- und Fachkräftemangel ist ein Thema, welches die Hoteliers in der Schweiz sehr beschäftigt. Das zeigt eine neue Umfrage des schweizerischen Hotelfachverbandes hoteleriesuisse, die anlässlich des zehnten Tages der Schweizer Hotellerie in Luzern vorgestellt wurde. Darin stehen Rekrutierungsprobleme sehr weit oben. Mit der Personalsuche beschäftigt ist beispielsweise das Bürgenstock-Resort, das diesen Sommer eröffnen will: Von rund 450 Stellen konnten bis jetzt lediglich 170 besetzt werden (Radio Pilatus berichtete).

Immer weniger Schulabgänger

Als Grund für die Nachwuchsprobleme in der Branche sieht der Verband vor allem die demografische Entwicklung. Die Wirtschaft kämpfe um immer weniger Schulabgänger. Um dieses Problem anzugehen, setzte man auf die Aus- und Weiterbildung sowie die Talentförderung, so hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig. Von der beruflichen Grund- und Basisbildung über die Höhere Berufs- und Hochschulbildung bis zur Kader-Weiterbildung und zu Kompaktkursen deckt der Hotelverband das gesamte Bildungsspektrum ab.

In diesem Zusammenhang sei auch der neu geschaffene Beruf Hotel-Kommunikationsfachfrau/-mann EFZ von grösster Bedeutung. 150 Lernende starten die neue Ausbildung im August. «Das grosse Interesse zeigt, dass der Beruf sowohl den Bedürfnissen der Branche als auch den Neigungen der Jugendlichen entspricht», so Züllig.

Ausserdem würden Talente auch finanziell unterstützt. Für Ausbildungen im Gastgewerbe stellt die Stiftung Tschumi von hotelleriesuisse ab sofort neue Stipendien von jährlich rund einer Viertelmillion Franken zur Verfügung, wie der Hotelverband mitteilte. Davon profitieren könnten Schüler der Hotel-Tourismus-Handelsschulen und Studierende der Hotelfachschulen von hotelleriesuisse.

Mehr Wertschätzung

Fachkräftemangel sei aber auch eine Frage der Führungskultur, befand der hoteleriesuisse-Präsident Andreas Züllig. Diese werde im Wettbewerb um Talente immer entscheidender. Die Einstellung zur Arbeit habe sich deutlich gewandelt.

Die Herausforderung bestehe darin, die Erwartungen und Bedürfnisse der jungen Generation und die betrieblichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Diese Aspekte müsse die Hotellerie und der Tourismus stärker gewichten.

Entspannung und vorsichtiger Optimismus

hotelleriesuisse befragte im Mai 2017 knapp 2’000 Mitglieder zur aktuellen Lage des Tourismus. Als aktuell grösste Herausforderungen sehen die 353 Umfrageteilnehmer das Währungs- und Kostenniveau, Online-Plattformen und –Beherbergungsangebote und den Fachkräftemangel.

Für die Sommersaison 2017 gehen viele Betriebe von einem leichten Rückgang der Nachfrage aus: 37% bezeichnen die Buchungsstände als zufriedenstellend, rund 10% mehr als im Vorjahr. Fast drei Viertel der Befragten wollen ihre Preise in der Sommersaison 2017 im Vergleich zum Vorjahr halten. Der Preisdruck in den städtischen Regionen zeigt sich aber spürbar.

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