Festivalsommer: Was machen die Bechersammler genau?

Dieses Wochenende auch am Open Air Lumnezia

Gregor Anderhub, der Geschäftsleiter von "Viva con Agua Schweiz", mit dem VCA-Wasser Die "Viva con Agua"-Fahnen fallen auf. Hier an den Musikfestwochen Winterthur In diesen Mülltonnen werden die Becher gesammelt. Und eben, nicht Müll - Becher. Das Zürich Open Air gehört auch zu den Festivals, an denen die Becher für den guten Zweck abgegeben werden können

Sie gehören zu den Festivals wie Gummistiefel, Zelte und abgestandenes Bier. Die jungen Menschen von Viva con Agua, die mit farbigen Mülltonen und Fahnen über das Gelände laufen und Becher einsammeln. Doch was machen die konkret?

Der gemeinnützige Verein Viva con Agua sammelt durch das gespendete Becher-Depot (also jeweils rund Fr. 1.- oder Fr. 2.-) Geld für Wasserprojekte. Dies sind beispielsweise der Bau von Brunnen und somit der Zugang zu Trinkwasser, aber auch Hygiene-Massnahmen durch den Bau von sanitären Anlagen. "Unser Ziel ist es stets, mit lokalen Partnern zusammen zu arbeiten, um den Wissenstransfer zu gewährleisten", sagt Gregor Anderhub, der Luzerner Geschäftsleiter von Viva con Agua Schweiz. Aktuell werden Projekte in Nepal, Guatemala und Mosambique umgesetzt. Das Spendenziel in diesem Jahr sind 80'000 Franken. 

Prominente Fans

Unterstützung erhält die Non-Profit-Organisation immer wieder von bekannten Musikern. So hat Dodo seinen Hippie-Bus (ja, genau den) damals für Viva con Agua versteigern lassen. Bekennende Unterstützer sind unter Anderem auch Knackeboul, Die Ärzte, Lovebugs und die Sportfreunde Stiller. Einige von ihnen besuchten sogar schon selber die ausländischen Wasserprojekte.

Geschäftssitz in Luzern

Seinen Ursprung hat Viva con Agua, das mittlerweile in über 40 europäischen Städten aktiv ist, im St.Pauli-Umfeld in Hamburg. Zufälligerweise wohnten die Gründer in der gleichen WG wie Gregor Anderhub, als dieser in der Norddeutschen Stadt arbeitete. Nach seiner Rückkehr im Jahr 2008 nach Luzern liess ihn der Gedanke nicht mehr los, in seiner Heimat das Gleiche auf die Bühne zu stellen. So gründete er ein Jahr später Viva con Agua Schweiz und seit vier Jahren hat das Netzwerk seinen Sitz im Neubad in Luzern. "Das passt perfekt", so Anderhub lachend. "Damit können wir das ehemalige Hallenbad symbolisch mit Wasser füllen".

Aktionen auch in Zug und Luzern

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit den Mülltonnen und Fahnen sind in diesem Jahr auf rund 30 grösseren und kleineren Musik-, Sport- und Kunst-Festivals aktiv. Als nächstes werden die Bechersammler unter Anderem am Open Air Lumnezia (20.-22. Juli), an den Winterthurer Musikfestwochen (17.-28. August), am Royal Arena Biel (19./20. August), am Zürich Open Air (23.-26. August), am Weltklasse Zürich (24. August) und am Rock The Docks in Zug (1.-3. September) sein. Viva con Agua betreibt zudem bis Ende Sommerferien die Sommerbeiz im Treibhaus Luzern.

Lächeln und spenden

"Wie man uns eine Freude machen kann?", fragt der Geschäftsführer. "Kommt mit einem Lächeln auf uns zu, spendet den Becher - und bringt gerne auch eigene Ideen. Wir sind offen für neue Möglichkeiten, Geld zu sammeln".

Radio Pilatus berichtet im Rahmen des Festivalsommers am Montag, 17. Juli um 12.45 Uhr über die Bechersammler von Viva con Agua.

Audiofiles

  1. Festivalsommer: Was mit den Becherdepot-Spenden bei "Viva con Agua" passiert. Audio: Carla Keller

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