Kanton Luzern: Neues Schuljahr voller Herausforderungen

Bildungsdirektor sieht die Volksschule auf gutem Weg

Reto Wyss, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern, in der Schule Hildisrieden

Rund 78'000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Kanton Luzern starten in diesen Tagen in das neue Schuljahr. In der Primarschule bringt die Einführung des Lehrplans 21 zahlreiche Veränderungen mit sich. Aber auch in der Sekundarschule, in den Gymnasien und den Hochschulen tut sich was.

Beim traditionellen Mediengespräch zum Schulstart hat der Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss am Freitagvormittag an der Schule in Hildisrieden über aktuelle Entwicklungen auf allen Stufen der Luzerner Schulen informiert.

Neuer Lehrplan beschäftigt

Dieses Jahr wird an den Luzerner Primarschulen der Lehrplan 21 eingeführt. «Dank der frühzeitigen Entscheidung für die Einführung und die umfassenden Weiterbildungskurse für die Lehrpersonen sind wir startklar für den neuen Lehrplan», zeigte sich Reto Wyss zufrieden.

Die Wochenstundentafeln seien entsprechenden angepasst worden (Radio Pilatus berichtete). In den nächsten zwei Jahren würden nun auch die Sekundarlehrpersonen ausgebildet, damit der Lehrplans 21 ab dem Schuljahr 2019/20 auch an der Oberstufe eingeführt werden könne. Für die Luzerner Schülerinnen und Schüler ändere sich mit dem neuen Lehrplan nicht sehr viel, betonte Reto Wyss: Seit rund zehn Jahren sei der Unterricht an den Luzerner Schulen nicht nur auf die Vermittlung, sondern auch die Anwendung des Erlernten ausgerichtet.

Sprachenstreit noch nicht entschieden

Ein weiteres grosses Thema im Volksschulbereich ist die im September anstehende Abstimmung über die Fremdsprachenfrage in der Primarschule. Kantonsparlament und Regierung haben sich klar gegen die Initiative ausgesprochen, die nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe verlangt. Für Reto Wyss ist klar: «Luzern soll keine Sprachinsel werden. »

Eine weitere Initiative, die sich primär gegen den Lehrplan 21 richtet, steht vor der Beratung im Kantonsparlament. Die Regierung hat das Anliegen «Bildungsreformen vors Volk» teilweise für ungültig erklärt und beantragt, den gültigen Teil abzulehnen.

Neue Ausbildungen

Dieses Jahr startet die erste Klasse überhaupt an der neuen Informatikmittelschule. 18 Lernende – davon zwei Frauen – nähmen eine attraktive praxisorientierte Berufsbildung im Bereich Informatik in Angriff. In Luzern startet in diesem Schuljahr auch die allererste Klasse der ganzen Deutschschweiz im neuen Beruf Hotel-Kommunikationsfachfrau/-mann EFZ.

An den Luzerner Gymnasien wolle man mit der Teilrevision des Gymnasialbildungsgesetzes Kompetenzen und Verantwortungen besser bündeln. Auch die Schnittstelle Gymnasien/Hochschulen wolle man thematisieren. Ausserdem wolle man mit einer kantonalen Weiterbildung für alle naturwissenschaftlichen Gymnasiallehrer MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) stärken.

Immer mehr Studenten

An den Luzerner Hochschulen – der Universität Luzern, der Hochschule Luzern und der Pädagogischen Hochschule – sind die Studierendenzahlen laut der Regierung tendenziell steigend. An der Pädagogischen Hochschule könne man erstmals über 2000 Studenten verzeichnen.

An der Universität starten diesen Herbst in Zürich die ersten Studierenden den gemeinsamen Masterstudiengang Medizin, die dann in drei Jahren in Luzern ihr Masterstudium absolvieren werden.

Auch beim Campus Horw gibt es zu tun: Sobald der Kanton ein gültiges Budget habe, soll die die Sanierung und Erweiterung der bestehenden Gebäude der Hochschule Technik und Architektur und der Neubau der PH Luzern in Horw in Angriff genommen werden.

Ebenfalls vom rechtsgültigen Budget resp. der Lockerung der Schuldenbremse hängen die Sanierung und der Umbau der Zentral- und Hochschulbibliothek und die Sicherung der kantonalen Trägerschaft des Historischen Museums Luzern und des Naturmuseums ab.

Audiofiles

  1. Kanton Luzern: Ein neues Schuljahr voller Herausforderungen. Audio: David von Moos
  2. Die Schülerzahlen steigen - es braucht mehr Lehrer. Audio: David von Moos

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