Der Kanton Luzern hat ein Sicherheitsproblem

Seit Juli ist die Polizei bei über 500 Fällen nicht mehr ausgerückt

Die Luzerner Polizei im Einsatz (Symbolbild)

Die Luzerner Polizei ist seit Anfang Juli in über 500 Fällen nicht mehr ausgerückt, also im Durchschnitt sieben Mal täglich. Der Grund sind Sparmassnahmen im Budget 2017. Diese haben für die Bevölkerung spürbare Folgen.

Seit Dienstag besitzt der Kanton Luzern ein gültiges Budget für das Jahr 2017. Damit dies möglich wurde, muss an diversen Orten erneut gespart werden, unter anderem auch bei der Luzerner Polizei. Dort will das Parlament rund 1,5 Millionen Franken einsparen. Dies hat spürbare Folgen.

Bei über 500 Fällen ist die Polizei seit Juli nicht mehr ausgerückt

Gemäss Kommandant Adi Achermann muss jede Polizistin und jeder Polizist bis Ende Jahr 35 Überstunden abbauen. Aufgrund personeller Engpässe konnte die Luzerner Polizei seit Anfang Juli in über 500 Fällen nicht mehr ausgerücken. Pro Tag sind das durchschnittlich sieben Fälle. Dies schreibt die Regierung in der Antwort auf eine Anfrage aus den Reihen der SP. Besonders davon betroffen sind Meldungen von Ruhestörung (108), von möglichen Strassenrennen und unsicheren Fahrweisen (61), Personenkontrollen (53) und Meldungen von verdächtigen Wahrnehmungen (46).

Patrouillen deutlich weniger präsent

Reduziert wurde auch die Präsenz an den Hotspots, die ordentlichen Patrouillen oder der Postendienst. Vor allem in den Randgebieten sowie in der Nacht musste die präventive Präsenz reduziert werden. Einstweilen sogar sistiert wurden zum Beispiel die Alkoholtestkäufe von Jugendlichen. Auch auf gemeinsame Einsätze mit anderen Polizeikorps musste die Luzerner Polizei aufgrund der Sparmassnahmen teilweise verzichten. So fanden zum Beispiel koordinierte Fahndungskontrollen auf der Nord-Süd-Achse, welche die Zentralschweizer Polizeikommandantenkonferenz vereinbart hat, ohne die Luzerner Polizei statt.

Künftig mehr Straftaten?

Die Luzerner Kantonsregierung fürchtet sich vor weiteren spürbaren Folgen, wie sie in der Antwort auf die Anfrage schreibt. Bei einer längerfristigen Reduktion der präventiven Präsenz der Polizei sei zu befürchten, dass sich die Anzahl der Straftaten erhöht. Damit gehe eine schlechtere Aufklärungsquote einher. Diese Situation hätte wiederum Auswirkungen auf die Sicherheit als solche, auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung und schliesslich auch auf die Motivation der Polizistinnen und Polizisten.

Audiofiles

  1. Sicherheitsproblem im Kanton Luzern. Audio: Urs Schlatter / Damian Betschart
  2. Das sagt Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei, zu den Sparmassnahmen des Kantons Luzern. Audio: Sämi Deubelbeiss

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