Kanton Luzern: Deutlich mehr Frauen als Männer in Pflegeheimen

Fast 7 von 10 Betagten im Heim sind Frauen

Pflege im Altersheim (Symbolbild)

Rund 4'900 Personen lebten Ende 2016 in den Luzerner Alters- und Pflegeheimen. Fast 70 Prozent davon waren Frauen. Pflegebedürftige Personen gehen ausserdem immer häufiger für einen vorübergehenden Aufenthalt ins Heim.

Anfang 2016 standen in den Alters- und Pflegeheimen im Kanton Luzern 5'017 Plätze für Pflege und Betreuung zur Verfügung, wie das Amt für Statistik des Kantons Luzern LUSTAT am Donnerstag mitteilte. Das sind 82 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte sich auch die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner.

Gemäss der Statistik waren die Luzerner Alters- und Pflegeheime im vergangenen Jahr fast vollständig belegt. Die mittlere Auslastung lag mit 97,5 Prozent erneut über dem regionalen Durchschnitt von 96,1 Prozent.

Viel mehr Frauen als Männer

Ende 2016 wohnten 27 Prozent der 85- bis 94-jährigen Luzernerinnen und Luzerner in einem Alters- oder Pflegeheim, bei der 95-jährigen und älteren Bevölkerung waren es 58 Prozent. Der Frauenanteil in den Heimen lag bei 69 Prozent. Mit steigendem Alter nimmt der Anteil der Frauen in den Heimen zu, wie die Zahlen von LUSTAT zeigen.

Immer mehr betagte Personen lebten selbständig oder mit Betreuung zu Hause. Seit 2006 ist die Zahl der 65-jährigen und älteren Personen im Kanton Luzern um 25 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum ist die Bewohnerzahl in den Luzerner Alters- und Pflegeheimen deutlich langsamer gewachsen (+6%).

Anteil der Kurzaufenthalte nimmt zu

Im Vergleich zum Jahr 2006 zählen die Alters- und Pflegeheime heute deutlich mehr Ein- und Austritte. Dabei stieg die Zahl der Kurzzeitaufenthalte auf das Vierfache. Im Jahr 2016 beabsichtigten 6 von 10 eintretenden Personen einen Langzeitaufenthalt und 4 von 10 Personen traten für einen vorübergehenden Aufenthalt von durchschnittlich vier Wochen ins Heim ein.

Zu diesen Kurzzeitaufenthalten zählen Ferienaufenthalte von Personen, die ansonsten zu Hause gepflegt werden, Zwischenlösungen für Personen, die nicht sofort einen Platz im gewünschten Heim erhalten, sowie vorübergehende Aufenthalte nach einem Krankenhausaufenthalt.

Ein Drittel der Personen im Heim braucht viel Pflege

Der Entscheid, in eine Alterseinrichtung einzutreten, wird häufig mit dem hohen Betreuungs- und Pflegebedarf begründet. Im Kanton Luzern wurden im Jahr 2016 rund 1,75 Millionen Aufenthaltstage verrechnet. Davon entfielen wie im Vorjahr 29 Prozent auf die Pflegestufen 8 bis 12. Diese umfassen einen Pflegebedarf von mehr als 2 Stunden und 20 Minuten pro Tag.

Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohnerinnen und Bewohner in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht.

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