Täter im Vergewaltigungsfall Emmen nicht gefasst

Luzerner Staatsanwaltschaft schliesst Untersuchungen vorläufig ab

Vergewaltigung von Emmen: Ermittlungen der Luzerner Polizei am Tatort.

Audiofiles

  1. Interview mit Simon Kopp, Kommunikationsverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Luzern. Audio: Philipp Breit, Radio Pilatus AG
  2. Staatsanwaltschaft zur Einstellung des "Fall Emmen".. Audio: Philipp Breit

Im Vergewaltigungsfall von Emmen vom Sommer 2015 haben die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden weiterhin keine neuen Erkenntnisse. Trotz umfangreichen Ermittlungen konnte der Täter bisher nicht gefasst werden, teilte die Staatsanwaltschaft Luzern mit. Sie schliesst die Untersuchung vorläufig ab. Es gebe keine neuen Ermittlungsansätze.

Der Fall beschäftigte im Juli 2015 die ganze Schweiz. Eine damals 26-jährige Frau wurde in Emmen an der Reuss von einem unbekannten Täter vom Velo gerissen und vergewaltigt. Dabei erlitt die Frau so schwere Verletzungen, dass sie für den Rest ihres Lebens im Rollstuhl sitzt. Umfangreiche Ermittlungen wurden durchgeführt, bisher ohne Erfolg, vom Täter fehlt auch zweieinhalb Jahre nach der brutalen Vergewaltigung jede Spur.

Noch eine einzige DNA-Auswertung ist hängig

Die Staatsanwaltschaft hatte in den vergangenen zweieinhalb Jahren umfangreich ermittelt, drei Personen wurden vorübergehend festgenommen, knapp 10'000 Personendaten im Zusammenhang mit der Tat überprüft. 371 Männer wurden zu einem Massen-DNA-Test aufgeboten und mehrere tausend Handynummern erhoben, welche zur Tatzeit im Gebiet des Tatortes aktiv waren. Bei 32 Personen, welche über ihr Handy zur Tatzeit im Umfeld telefoniert hatten, wurden DNA-Tests durchgeführt. Aktuell ist laut der Staatsanwaltschaft noch eine DNA-Auswertung in Griechenland hängig.

Auch der Name Aaron half nicht weiter

Im Einsatz standen auch internationale Fallanalytiker, sogenannte Profiler. Es wurden alternative Ermittlungsansätze erarbeitet, aber auch dieser Weg führte nicht zum Erfolg. Die Staatsanwaltschaft überprüfte zudem rund 300 Hinweise zum möglichen Tätername "Aaron". In diesem Zusammenhang wurden wiederum fünf DNA-Analysen durchgeführt, welche ebenfalls nicht erfolgreich waren.

Belohnung von 20'000 Franken

Vor gut einem Jahr wurde für Hinweise, welche zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von bis zu 20'000 Franken ausgesetzt. Alle Hinweise aus der Bevölkerung brachten aber nichts. Die Bevölkerung wurde mehrmals mit spezifischen Fragen zur Mithilfe aufgefordert, alles erfolglos. Die Staatsanwaltschaft kam daher zum Schluss, die Untersuchungen in diesem Fall vorläufig abzuschliessen.

Fall ist "auf Eis gelegt"

"Wir warten darauf, dass vielleicht von irgendwoher noch ein Hinweis kommt", sagte Simon Kopp, Kommunikationsverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Luzern. Wenn beispielsweise im Ausland irgendwo ein Verbrechen passiert, könnte dort plötzlich die gleiche DNA wie im Fall Emmen auftauchen und so würde man dann den Täter erwischen, so Kopp: "In einem solchen Fall wird irgendwo in einer Datenbank ein rotes Lämpchen aufleuchten und wir hätten den Täter." Solange man aber keine neuen Hinweise erhalte, bleibe der Fall "auf Eis gelegt".



 

 

Kommentieren

comments powered by Disqus