Was bedeutet No-Billag für die SRG?

Doris Leuthard warnt vor den Folgen - Befürworter beschwichtigen

Bundesrätin Doris Leuthard.

Kann die SRG auch in Zukunft auf Gelder aus den Billag-Gebühren bauen oder brechen diese weg? Diese Frage wird die Abstimmung zur No-Billag-Initiative am 4. März 2018 beantworten. Was aber wären die Folgen für die SRG? Befürworter und Gegner der Radio- und Fernsehgebühren beantworten diese Frage unterschiedlich. 

451 Franken bezahlen Haushalte in der Schweiz an Billag-Gebühren jedes Jahr. Insgesamt trieb die Billag 2016 rund 1,37 Milliarden Franken ein. Mit rund 90 Prozent ging am meisten davon an die SRG. Das Geld nutzt die SRG um die verschiedenen Radio und Fernsehformate in der Deutschschweiz aber auch in den anderen Sprachregionen zu finanzieren. Für die SRG machen die Billag-Gebühren einen beträchtlichen Teil des Budgets aus: Rund 75 Prozent davon stammen aus dem Gebührentopf, der Rest kommt grösstenteils durch die Werbung. 

No-Billag-Gegner sehen schwarz bei Annahme

Sollte sich das Stimmvolk am 4. März 2018 dafür entscheiden, die No-Billag-Initiative anzunehmen, ist für die Gegner klar: Ohne Billag-Gebühren gibt es auch keine SRG mehr. Freiwillige Finanzierungmodelle könnten das Wegfallen der Gebühren nicht wettmachen, ist sich Medienministerin Doris Leuthard sicher. Auch SRG-Direktor Gilles Marchand teilt diese Meinung. Die SRG ist auf die Gebührengelder angewiesen. Sollte es zu einer Annahme der Initiative kommen, hätte das laut den Gegnern schwerwiegende Folgen für die ganze Medienlandschaft der Schweiz. 

No-Billag-Befürworter sehen Chancen

Für Olivier Kessler, einer der Initianten der No-Billag-Vorlage, gehen diese Aussagen zu weit. Man wolle mit der Initiative in keiner Weise die SRG zerstören, so Kessler. Es gehe darum, dass die erzwungene Finanzierung abgeschafft wird. Auch sehen die Befürworter Chancen - speziell für kleine Sender: kleine Player hätten laut den Initianten die Möglichkeit zu wachsen und sich mit guten Journalismus zu profilieren. 

 Das letzte Wort hat das Schweizer Stimmvolk am 4. März 2018.

Audiofiles

  1. Was bedeutet die No-Billag für die SRG? . Audio: Caspar van de Ven

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