Die Schweiz zittert und friert im Moment heftig

Es ist zurzeit so kalt, wie noch nie im bisherigen Winter

Die Schweiz ist am Montagmorgen bei klirrender Kälte aufgewacht. Besonders warm anziehen mussten sich etwa Postboten, Kehrrichtmänner und Bauarbeiter. Die Gewerkschaft Unia forderte, die Arbeit auf dem Bau einzustellen.

Bauarbeiter sind den eisigen Temperaturen besonders ausgesetzt. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) hat deshalb auf seiner Webseite Empfehlungen zur Arbeit in der Kälte aufgeschaltet. Dazu gehören etwa regelmässige Pausen, warme Getränke sowie warme Kleidung und feste, hohe Schuhe. Diese Empfehlungen reichen laut der Gewerkschaft Unia nicht aus. Um die Gesundheit und Sicherheit der Bauarbeiter zu schützen, müsse die Arbeit auf dem Bau eingestellt werden, teilte die Unia am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Die Unia fordert für alle Baufirmen in der Schweiz konkrete, verbindliche Regelungen, ab welcher Temperatur und bei welchen Witterungsbedingungen die Arbeit im Freien eingestellt werden muss.

"Post soll Touren anpassen"

Die Gewerkschaft Syndicom sorgt sich derweil um das Wohl der Postboten in der Schweiz. Sie empfiehlt den Briefträgern etwa, bei einer Temperatur von minus 10 Grad nach spätestens 90 Minuten eine Pause von mindestens 15 Minuten an der Wärme einzulegen. Allerdings befürchtet die Gewerkschaft, dass aufgrund von Stress und Zeitdruck die Wärmezeiten nicht eingehalten werden können, wie Syndicom am Montag auf Anfrage mitteilte. Die Post solle die Kälteperioden antizipieren und die Touren beziehungsweise die Zeiten anpassen, schreibt die Gewerkschaft.

Die Arbeitszeiten und Pausen seien im Gesamtarbeitsvertrag geregelt und würden eingehalten, heisst es dazu bei der Post. "Unsere Pöstler haben pro Morgen 15 Minuten Pause zur Verfügung. Wann sie diese einlegen, ist aber ihnen überlassen", sagt Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post. So wisse der Postbote selber am besten, wo es in der Nähe ein Café gebe oder wo er auf die Toilette gehen könne.

Empfindliche Elefanten

Gefroren haben am Montag in der Schweiz auch einige Zootiere. Um sie vor der Kälte zu schützen, treffen Schweizer Zoos spezielle Massnahmen. Im Zoo Basel etwa hält eine eingebaute Lüftung das Wasser im Flamingoweiher in Bewegung. "So können die Vögel im offenen Wasser bleiben, ohne dass ihnen die Füsse einfrieren", erklärt Sprecherin Tanja Dietrich. Die Elefanten dürfen derzeit nur temporär ins Aussengehege. "Elefanten haben sehr dünne Ohren. Bleiben sie zu lange an der Kälte, können sie sich Erfrierungen an den Ohrrändern holen", sagt Dietrich.

Kältester Morgen

Vielerorts wurden am Montagmorgen in der Schweiz die tiefsten Temperaturen des bisherigen Winters gemessen. So gab es zum Beispiel in Brülisau AI auf 915 m ü.M. -15,6 Grad, auf dem Uetliberg ZH (869 M.ü.M.) -14,2 Grad und in Elm GL (958 M.ü.M) -13.3 Grad, wie Meteonews am Montagmorgen mitteilte.

Auf auch in tieferen Lagen in Niederuzwil (515 M.ü.M), Gundetswil (455 M.ü.M), oder Langnau im Emmental (745 M.ü.M) wurden die -10 Grad noch unterschritten.

In den höheren Lage bewegte sich das Thermometer sogar in Richtung -30 Grad: Auf dem Ofenpass GR (1970 M.ü.M) wurden -28,3 Grad gemessen, auf dem Jungfraujoch BE (3580 M.ü.M.) gab es -26,9 Grad und auf dem Titlis OW (3040 M.ü.M) 24,7 Grad.

Für einmal nicht so kalt war es am Montag in La Brévine im Kanton Neuenburg, auch als "Sibirien der Schweiz" bekannt. Das Thermometer zeigte kurz vor Sonnenaufgang -13.5 Grad an.

 

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