Mehr Bürokratie wegen Stellenmeldepflicht

Ab Juli muss jede 10.Stelle gemeldet werden

Schweizer sollen bei der Jobsuche gegenüber Ausländern bevorzugt werden. Das ist die Idee der Stellenmeldepflicht, welche ab Juli gilt. Dann sind Arbeitgeber aus ausgewählten Branchen verpflichtet, offene Stellen zu melden bevor sie im Ausland Arbeiter suchen. Die Unternehmen befürchten dadurch einen grossen zusätzlichen Aufwand. Die Rede ist gar von einem Bürokratie-Monster.

Die neue Regelung verpflichtet unter anderem Gastronomen, dass Sie ihre freien Stellen für Köche, Küchenangestellte oder Servicemitarbeiter melden. Wie das geht, lernten verschiedene Urner Arbeitgeber gestern an einer Infoveranstaltung. Ein SECO Mitarbeiter führte durch den Abend und in zwei Wochen findet eine weitere statt. Für viele bedeutet die Stellenmeldepflicht mehr Bürokratie. Das Staatssekretariat für Wirtschaft stellte ein Erklärvideo auf die Homepage. Sucht ein Arbeitgeber bspw. einen Koch, kann er die Stelle auf dem Portal arbeit.swiss melden. Es ist wichtig alle Anforderungen aufzulisten, vor allem Killerkriterien. Wenn es online ist, haben registrierte RAV-Stellensuchende 5 Tage Vorsprung. Die regionale Arbeitsvermittlung schlägt passende Kandidaten vor. Nach 5 Tagen darf der Arbeitgeber die Stelle im offenen Markt ausschreiben.

Neue Regelung heisst Stellenmeldepflicht und nicht mehr Inländervorrang

Jede Stelle, die der Arbeitgeber meldet, ist mit Abklärungen verbunden. Auch fürs Arbeitsamt gibt es darum mehr zu tun. Der RAV-Mitarbeiter wird neu vom Berater zum Stellenvermittler. Auch eine gute Kommunikation ist wichtig. Gerade im kleinen Kanton Uri ist es wichtig, dass zwischen den Arbeitgebern und den RAV Mitarbeitern ehrlich kommuniziert wird.

Ab Juli muss ein Arbeitgeber aus einer Branche mit schweizweit mindestens 8 Prozent Arbeitslosen, dem RAV melden, wenn er eine Stelle freit hat. Schon ab 2020 wird dies geändert. Dann gilt der neue Schwellenwert von 5 Prozent Arbeitslosen.

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