Immer mehr Fälle der Legionärskrankheit

Bei rund 15% der Patienten endet die Ansteckung tödlich

In der Schweiz tauchen immer mehr Fälle der Legionärskrankheit auf. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Erkrankungen mit den Legionellen-Bakterien mehr als verdoppelt. Eine Tatsache, die das Bundesamt für Gesundheit beunruhigt. Deshalb hat der Bund den Umgang mit der Infektionskrankheit angepasst.

Auch wenn die Legionärskrankheit selten ist, verzeichnet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seit 2008 eine grosse Zunahme an Fällen. So wurden damals 219 Erkrankungen registriert. 2017 waren mit 464 mehr als doppelt so viele Personen von der Krankheit betroffen. Weil die steigende Zahl der Ansteckungen das BAG beunruhigt, hat der Bund neue Anforderungen zum Schutz vor der Krankheit definiert. Auch im Kanton Luzern müssen Anpassungen vorgenommen werden.

Was ist die Legionärskrankheit? 

Die Legionärskrankheit ist eine übertragbare Infektionskrankheit. Laut BAG wird die Krankheit durch die sogenannten Legionellen-Bakterien ausgelöst. Dies geschieht durch das Einatmen legionellenhaltiger Luftpartikel. Rund 70% aller gemeldeten Fälle betreffen Männer. Ausserdem steigt die Melderate mit zunehmendem Alter. Das Durchschnittsalter gemeldeter Fälle beträgt 63 Jahre.

Symptome und Krankheitsverlauf

Eine Infektion mit Legionellen kann laut BAG im besten Fall symptomlos verlaufen. Manchmal kann es auch zu einer harmlosen und grippeähnlichen Krankheit führen. Im schlimmsten Fall tritt die Legionärskrankheit ein. Mögliche Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Kopfweh, Durchfall oder Schwindel. Begleitet-Symptome können auch Reizhusten und Atemnot sein, welche zu einer Lungenentzündung führen können. Bei rund 15% der Patienten endet die Legionärskrankheit tödlich.

Prävention

Um Legionellen vorzubeugen, ist vor allem die Wassertemperatur entscheidend. Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad. Daher sollte die Boilertemperatur bei zwischen 50 und 60 Grad liegen, so der Luzerner Kantonschemiker, Dr. Silvio Arpagaus. Zudem sollten Duschen und ähnliche Wasseranlagen möglichst regelmässig genutzt werden. Denn auch abgestandenes Wasser und Leitungen bieten die perfekten Bedingungen für die Bakterien. Wenn eine Wasseranlage länger nicht genutzt wurde, sollte man die Leitungen daher zuvor gut durchspülen.

Behandlung

Wer eines der Symptome aufweist, muss allerdings noch nicht beunruhigt sein. Da die Symptome denen der Grippe sehr ähnlich sind, könnte es sich auch um eine gewöhnliche Grippe handeln. Wenn die Behandlung der Symptome aber über längere Zeit nicht anschlägt, sollte man trotzdem einen Arzt aufsuchen, so Dr. Marco Rossi, Leiter der Infektiologie beim Luzerner Kantonsspital. In diesem Fall könnte sich daraus eine Lungenentzündung entwickeln. 

Gesetzesanpassungen

Um eine weitere Zunahme von Legionellen-Bakterien zu verhindern, hat der Bund eine Gesetzesanpassung vorgenommen. Auch öffentliche Duschanlagen wie zum Beispiel in Hotels oder Schulen müssen nun regelmässig überprüft werden. Für die korrekte Umsetzung dieser Neuerung sind die jeweiligen Kantone zuständig.

Audiofiles

  1. Die Zahl der Fälle mit Legionärskrankheit hat in den letzten 10 Jahren stetig zugenommen. Audio: Elena Hirt, Radio Pilatus AG

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