Bypass Luzern kommt auch ohne Spange Nord

Der Bund will das nationale Strassenprojekt weiter vorantreiben

Der Bund treibt das geplante Strassenprojekt Bypass Luzern weiter voran. Wie am Donnerstag-Abend anlässlich eines Info-Abends in Emmen bekannt wurde, will er am Fahrplan festhalten. Egal ob, wann und in welcher Form der kantonale Zubringer, die Spange Nord, realisiert werden kann. 

Astra-Direktor Jürg Röthlisberger betonte am Donnerstagabend in Emmen aber auch die Wichtigkeit der Verkehrsachse Spange Nord für das Nationalstrassenprojekt Bypass Luzern. Er plädierte für eine zeitgleiche Inbetriebnahme der Strassenbauprojekte. Zwar sei der Bypass so strukturiert, dass er eine zeitgleiche oder spätere Realisierung der Spange Nord ermögliche, sagte Röthlisberger laut Medienmitteilung des Bundesamts für Strassen (Astra) den Vertretern der Politik, Behörden, Verbänden und Quartiervereinen.

Volle Wirkung des Bypasses nur mit Spange Nord

Gleichzeitig betonte er aber: Die volle Wirkung des Gesamtsystems Bypass Luzern könne nur mit der gleichzeitigen Inbetriebnahme der Spange Nord erzielt werden. Die Kosten für das Gesamtsystem Bypass Luzern werden auf 1,7 Milliarden Franken geschätzt, jene für Spange Nord auf 200 Millionen Franken. Letztere ist in Teil des Gesamtsystems und soll die Luzerner Innenstadt entlasten mit einer neuen Hauptverkehrsachse westlich der Reuss und einem neuen Anschluss auf die Stadtautobahn.

Bypass mit Spurausbau, neuem Tunnel und so weiter

Der Bypass beinhaltet unter anderem den Ausbau zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Anschluss Buchrain auf je drei Fahrstreifen je Richtung, den Bau einer dritten Röhre beim Tunnel Rathausen sowie den Ausbau der Verzweigung Rotsee. Zudem soll zwischen Emmen Süd und Luzern Kriens ein 3,5 Kilometer langer Tunnel realisiert und der zentrumsnahe Anschluss Lochhof in Betrieb genommen werden. Weitere Anpassungen sind im Süden der Stadt Luzern geplant, bei der Verzweigung Lopper bis zum Anschluss Hergiswil und im Spier-Tunnel.

Baustart wenn möglich im Jahr 2024

Laut Astra ist die Projektierung so weit fortgeschritten, dass die öffentliche Auflage im Frühjahr 2020 erfolgen kann. Der frühstmögliche Baustart der Vorarbeiten könnte 2024 erfolgen. Die Bauzeit wird auf rund 12 Jahre geschätzt.

Spange Nord umstritten - SP wehrt sich mit Initiative

Das Projekt Spange Nord aber ist umstritten. Die Stadtregierung brachte in der Vergangenheit unmissverständlich zum Ausdruck, dass der Engpass auf der A2 im Raum Luzern ohne die Spange Nord beseitigt werden soll. Gegen die Spange Nord ist auch die SP der Stadt Luzern. Sie will mit einer Initiative das Strassenbauprojekt bekämpfen - noch bevor dessen Ausgestaltung festgelegt ist. Die Delegierten stimmten am Mittwochabend dafür, das Volksbegehren zu lancieren. Dieses will, dass sich die Stadt Luzern für den Erhalt der Lebens- und Wohnqualität in den durch den Bau der Spange Nord bedrohten Quartieren und den Verzicht der Spange Nord einsetzt.

Kanton Luzern ist gleicher Meinung wie das Astra

Nicht nur für den Astra-Chef, auch für die Luzerner Kantonsregierung gehören Spange Nord und Bypass zusammen. Der Kantonsrat hatte zwar im Frühling 2018 einen Kredit über 6,5 Millionen Franken für die weitere Planung des Spange-Nord-Projekts gesprochen, forderte aber zugleich weitere Abklärungen. Diese sollen laut Regierungsrat Robert Küng im Herbst abgeschlossen sein und vom Rat neu beurteilt werden kann.

Quelle: sda

Das Projekt Bypass Luzern Vorzone und Portal Süd vom Tunnel Bypass und der Stadtautobahn Luftaufnahme der heutigen Vorzone Süd Portal Süd vom Tunnel Bypass und der Stadtautobahn Südportal Tunnel Rathausen mit 3. Röhre Tunnel Friedental mit Anschluss Lochhof vorne rechts

Audiofiles

  1. Der Bund am Info-Anlass in Emmen zum Bypass Luzern. Audio: Fabian Kreienbühl

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