Umstrittene Gesundheitskampagne mit DJ Bobo

Die neuen Plakate des Kantons Luzern bringen Skeptiker hervor

Seit dieser Woche hängen die Plakate mit dem Gesicht von DJ Bobo an verschiedenen Orten im Kanton Luzern. Selbstironisch kann man darauf lesen, dass man nicht wegen jedem «Bobo» zum Arzt gehen soll. Es ist eine Werbekampagne mit einem ernsten Hintergrund. Während die Ärzte eher skeptisch sind, findet es der Kanton Luzern bitter nötig, dass man die Leute sensibilisiert, um die Gesundheitskosten zu senken.

Die Gesundheitskampagne des Kantons Luzern soll die Bevölkerung davon abhalten, wegen jedem "Bobo" zum Arzt zu gehen. Die Plakate sind seit dieser Woche im ganzen Kanton zu sehen.

Mehr Eigenverantwortung gefragt

Skeptiker melden sich schon jetzt zu Wort. So zum Beispiel der Leiter der Notaufnahme des Kantonsspitals Nidwalden, Dr. Tomas Karajan. Er sieht die Kampagne als fragwürdig, wenn nicht sogar als gefährlich an. Er glaubt nicht, dass diese Kampagne irgendeinen Effekt haben wird. Es gebe immer wieder Patienten, die aus Bequemlichkeit ins Spital gehen, anstatt auf einen Termin beim Hausharzt zu warten.

Dieses Problem greift auch der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf auf. Zu viele Leute würden wegen Bagatellfällen zum Arzt gehen. Die Folgen sind höhere Kosten im Gesundheitssystem und daraus folgernd auch höhere Krankenkassenprämien. Er wünscht sich darum endlich mehr Eigenverantwortung von den Bürgern. In diesem Punkt sind sich Guido Graf und Dr. Karajan einig. 

Gesundheitskosten

Die Gesundheitskosten im Kanton Luzern sind im Vergleich zu anderen Kantonen schon jetzt eher tief. Und alle sechs Zentralschweizer Kantone weisen Gesundheitskosten unter dem Durchschnitt auf. Trotzdem ist der Kanton Luzern davon überzeugt, dass man mit dieser Kampagne die Gesundheitskosten senken kann. 

Weitere Infos zur Kampagne gibt es hier

Bobo Gesundheitskampagne

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