Pioniere für nachhaltige Kleidung

Kleider, die bei der Produktion viel weniger Energie verbrauchen

Trotz Klimastreiks und grossen Bemühungen: Der weltweite Energieverbrauch ist stark angestiegen, so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das berichtet die internationale Energieagentur. Schuld daran ist die wachsende Wirtschaft. Es wird mehr produziert und transportiert. Einer will das anders machen. Der Jungunternehmer Kilian Wiget aus dem Kanton Schwyz. Er verkauft Kleider, die bei der Produktion viel weniger Energie verbrauchen.

In seinem Show-Raum in Brunnen packt Kilian Wiget die Kleider ein, die im Webshop online bestellt wurden und verschickt sie. In rund 30 Geschäften in der Schweiz werden Kleider seiner Marke verkauft. Kilian Wiget ist es wichtig, dass die Leute darauf aufmerksam gemacht werden, ihren Energieverbrauch im Auge zu behalten.

Höchste Zeit für ein Umdenken der Konsumenten

Kilian Wiget, Gründer von ZRCL gegenüber Tele 1 und Radio Pilatus: "Wenn man sich ein bisschen damit befasst, ist es eigentlich wirklich schlimm, was da momentan passiert. In was für eine Richtung sich der Modemarkt entwickelt hat. Eben genau mit sehr günstigen Preisen, mit miserablen Arbeitsbedingungen und Produktionsweisen. Dementsprechend ist es absolut höchste Zeit, dass man da ein Umdenken erreicht bei den Konsumenten."

Kleidungsstücke können nachverfolgt werden

Faire Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und Wissen, wer was produziert hat. Mit dem sogenannten Tracken kann man die Kleidungsstücke von "We are Circle" alle genau nachverfolgen. "Da sieht man jetzt eine Nummer von einem Kleidungsstück von ZRCL, mit der man zurückverfolgen kann, wo das genau produziert wurde", so Wiget. Die Biobaumwolle wird in Tansania gepflückt. Das Garn dann in Indien produziert und via Schiff ging es auf Littauen. Schlussendlich landet es in der Schweiz und wird in Schwyz selber bedruckt.

Kilian Wiget's Lieferant ist Patrick Hohmann. Er war in der Schweiz einer der ersten, der sich mit Biobaumwolle und Fairtrade auseinandergesetzt hat. Sein Unternehmen "Remei" hat er vor über 30 Jahren gegründet. Dank dem können auch bei Kilian Wiget die Kleidungsstücke nachverfolgt werden. Man sagt, für die Produktion von einem T-Shirt braucht es rund 2'000 Liter Wasser. Patrick Hohmann's Biobaumwolle wird gezielt nach dem Regen gerichtet produziert. 

"Statt dass man Pestizide verwendet, gleicht man die Natur aus. Das heisst man schafft Räume auch für die Günstlinge. Und wenn die Günstlinge da sind - das heisst also die Artenvielfalt da ist - dann braucht man viel weniger Pestizide. Also man braucht eigentlich keine Pestizide, wenn man das so machen kann", so Patrick Hohmann, Verwaltungsratspräsident Remei AG gegenüber Tele 1 und Radio Pilatus.

Nachhaltige Kleidung ist gefragt

Kilian Wiget hat Erfolg mit seinem Business. Und das in einer Zeit, wo reihenweise Kleiderläden schliessen. Sogar eine neue Linie "Made in Switzerland" hat er seit letztem Herbst lanciert. Und für ihn ist noch lange nicht genug: "Ich mag es noch alleine stemmen. Es ist immer ein bisschen eine Zukunftsfrage, wie entwickelt man sich weiter. Wie gross will man überhaupt werden. Ich denke das sind momentan sicher gerade Punkte die mich stark beschäftigen."

Sein Lager ist zur Zeit jedenfalls voll mit frisch gelieferten Kartons die sortiert werden müssen. Mal schauen, wie lange er das noch alleine stemmen kann.

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