Philipp Portmann: Seit 25 Jahren auf Sendung

Filmfachmann regelmässig bei Radio Pilatus und Tele 1 präsent

Philipp Portmann (52), Moderator bei Tele 1 und Filmfachmann von Radio Pilatus, ist seit 25 Jahren am TV und Radio präsent. Seine Geschichte ist aber auch die turbulente Entstehungsgeschichte des Zentralschweizer Regionalfernsehens, an der er massgeblich beteiligt war.

Am 29. April 1994 um Punkt 12.00 Uhr startete LTV, das erste Lokal-Fernsehen für Luzern mit der Sendung «Szenenfutter». Moderiert wurde das Trendmagazin von Philipp Portmann, der den Sender mit seinem damaligen Geschäftspartner Peter Fischer gründete. Die Idee des Namens «Szenenfutter» entstand in Anlehnung an die damals beliebte Rubrik «Schwanenfutter», in der Zeitung Luzerner Neuste Nachrichten (LNN).

MTV-Format für die Zentralschweiz

«Meine Idee war, ein MTV-Format für die Zentralschweiz zu produzieren», sagt der Luzerner Philipp Portmann. So berichteten er und sein Team über Konzerte und die Clubszene Luzerns, sie ermittelten eigene Charts zusammen mit Radio Pilatus oder gaben Filmtipps aus den lokalen Kinos.  Eine Auswahl der «Szenenfutter»-Sendungen findet man hier. 

Nicht nur klassische Lifestyle-Themen wurden aufgegriffen: «Wir berichteten auch über Dinge wie zum Beispiel den damals hochumstrittenen Spritzenbus, eine Hausbesetzung durch autonome Jugendliche oder über illegale Rave-Partys unter der Autobahn», ergänzt Portmann. «Die Reportagen mit bewegten Bildern wirkten plötzlich viel intensiver, als man es aus den klassischen Medien gewohnt war», berichtet Portmann weiter. Auch für ihn sei diese Zeit mit eine der intensivsten in seinem Leben gewesen, blickt der TV-Journalist zurück.

Philipp Portmann als Moderator beim Luzerner Lokalfernsehen LTV (1994, links) und als Moderator bei Tele 1 (2019, rechts).

Auftakt mit jugendlicher Frechheit

Das Thema der ersten Sendung war die grosse Eröffnungsfeier der teilweise abgebrannten Luzerner Kapellbrücke durch Stadtpräsident Franz Kurzmeyer und Bundesrat Flavio Cotti, bei der sich Portmann heimlich zwischen die Ehren-Delegation schmuggelte und von dort auch darüber berichtete.

Überhaupt machte es der Moderator zu seinem Markenzeichen, die Luzernerinnen und Luzerner mit gewagten Umfragen, versteckter Kamera oder einem Gorbatschow-Double zu überraschen. «Es war verrückt, damals war fast alles erlaubt und das Publikum schätzte unsere jugendliche Unbeschwertheit», erinnert sich Portmann, der damals 27 Jahre alt war. Aktuell zeigt Tele 1 in der Sendung «Weisch no» die besten Reportagen von damals.

Schock nach nur 15 Sendewochen

Nach dem kommerziell erfolgreichen Betriebsversuch von LTV 1994 (den es damals zwingend brauchte, um eine 10-jährige Konzession zu erhalten) kam die rasche Ernüchterung. Das Gesuch für den Dauerbetrieb wurde vom Bundesamt für Kommunikation wider Erwarten abgelehnt mit der Begründung, dass die Zentralschweiz wirtschaftlich zu schwach sei. Ende Oktober 1994 folgte der Zusammenschluss mit der Regio Text AG, einer Art Teletext mit Fotos, die bereits über eine TV-Konzession verfügte. Gemeinsam nannte man sich ab 1995 Tele Tell, aus dem nach dem Besitzerwechsel schliesslich das heutige Tele 1 hervorging.

Philipp Portmann (links) mit Radio Pilatus-Moderator Damian Betschart im Open Air Cinema Luzern.

Pionier der crossmedialen Berichterstattung

Nach drei Jahren «Szenenfutter» und einem kurzen Abstecher zu Radio Pilatus machte sich Philipp Portmann selbständig. Er erkannte früh die Zukunft des crossmedialen Journalismus und gründete 1997 die Firma Portmann Group. «Durch enge Partnerschaften mit Radio und Zeitung bei ‘Szenenfutter’ entdeckte ich die künftige Bedeutung von medienübergreifender Berichterstattung. Wir boten als erste Agentur in der Schweiz Content als Text, Audio oder Video aus einer Hand an», erklärt Philipp Portmann heute stolz.

Von lokalen Reporter zum nationalen Filmjournalisten

Neben dem Fernsehen ist Philipp Portmanns andere grosse Leidenschaft der Film. «Seit ich denken kann, bin ich ein grosser Filmfan und sah nach den Erfahrungen mit dem Lokalfernsehen als Selbständiger die Chance, mich auf dieses Thema zu spezialisieren. Also bot ich den Radio- und Fernsehstationen sowie den Printmedien Filmkritiken und später Interviews mit Hollywood-Stars an», erzählt Portmann weiter. Dafür traf er bis heute hunderte von Schauspielerinnen und Schauspieler zum persönlichen Gespräch. Sein allererstes Interview führte er 1999 mit Julia Roberts. Es folgten Stars wie Angelina Jolie, Brad Pitt, George Clooney und viele mehr.

Regelmässig bei Radio Pilatus und Tele 1

Heute ist Philipp Portmann Mitglied der Schweizer Film Akademie und seine Portmann Group beschäftigt inzwischen zwölf Mitarbeitende und Korrespondenten in Deutschland, England und Amerika. Sie versorgt alle grossen Medienhäuser mit crossmedialem Content zum Thema Film und Serien und betreibt das Multichannel-Portal kinowetter.ch. Zudem moderiert Philipp Portmann das wöchentliche Magazin Kino unter anderem auf Tele 1. In der Radio Pilatus Morgenshow ist er jeweils am Mittwochmorgen um 08.40 Uhr im Kinotipp zu hören. Kumuliert erreicht er jede Woche rund zwei Millionen Personen in der ganzen Deutschschweiz.

Philipp Portmann ist verheiratet mit Ehefrau Andrea, gemeinsam haben sie die 15-jährige Tochter Emma.

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