Jedes fünfte Kind stört den Unterricht

Verhaltensauffällige Kinder können mit "Schul-Inseln" integriert werden

Lehrerinnen und Lehrer haben immer öfter verhaltensauffällige Problemkinder in den Klassenzimmern. Laut Bericht der Sonntagszeitung kommt eine Umfrage in den Städten Zürich und Winterthur zum Schluss, dass rund jedes fünfte Kind in der Schule verhaltensauffällig ist. Unter anderem im Kanton Zug wurden deshalb sogenannte "Schul-Inseln" eingeführt. Kinder, welche den Unterricht stören, können sich in diese Räume zurückziehen.

Sind immer mehr Kinder verhaltensauffällig oder liegt der Anstieg in den Klassen daran, dass verhaltensauffällige Kinder immer häufiger in die normalen Klassen integriert werden? Stephan Schleiss, der Bildungsdirektor des Kantons Zug, ist klar der Meinung, dass Kinder heute nicht per se verhaltensauffälliger seien. Vielmehr würden sie einfach häufiger in die normalen Klassen integriert werden.

Unter anderem im Kanton Zug hat man vor einigen Jahren deshalb ein neues Angebot lanciert. Kinder, welche den Unterricht stören, sollen sich in sogenannte "Schul-Inseln" zurückziehen können. In diesen Räumen können die Kinder dann betreut Lernen oder Hausaufgaben erledigen. Und solche Räume dürfte es schweizweit laut Schleiss in Zukunft häufiger geben. Sie ermöglichen es, verhaltensauffällige Kinder in die Regelschule zu integrieren und gleichzeitig die Lehrpersonen und den regulären Unterricht zu entlasten. 

Jedes fünfte Kind ist verhaltensauffällig

Verhaltensauffällige Kinder sind für die Lehrerinnen und Lehrer besonders anspruchsvoll zu unterrichten. Wie die Sonntagszeitung berichtete, haben die Städte Zürich und Winterthur erstmals Daten zu diesem Thema erhoben. Die Umfrage unter 250 Lehrpersonen ergab, dass rund jedes fünfte Kind in der Schule verhaltensauffällig ist. Die Lehrpersonen machten Angaben zum Verhalten von rund 4'300 Schülerinnen und Schülern. Gemäss der Studie gibt es nicht nur in den Primarschulen, sondern bereits im Kindergarten mehr verhaltensauffällige Kinder.

Über die Hälfte der befragten Lehrerinnen und Lehrer gaben an, dass verhaltensauffällige Kinder für sie im Alltag die grösste Belastung sind. Der richtige Umgang mit diesen Kindern sei schwerer, als beispielsweise mit Schulreformen klarzukommen oder Elterngespräche zu führen.

Rund jedes fünfte Kind in der Schule ist verhaltensauffällig (Symbolbild)

Audiofiles

  1. Jedes fünfte Kind in der Schule ist verhaltensauffällig. Audio: Philipp Breit, Radio Pilatus AG

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