Kiesabbau in Cham gefährdet Grundwasser

Die Gemeinde wehrt sich gegen die Erweiterungspläne des Kantons Zug

Im Gebiet Hatwil/Hubletzen soll künftig eine neue Zuger Kiesgrube entstehen (Archivbild). Das jetzige Kieswerk im Gebiet Äbnetwald ist bald erschöpft (Archivbild).

Der Kiesabbau in Cham gefährdet das Grundwasser im Gebiet Hatwil/Hubletzen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten, welches die Gemeinde Cham in Auftrag gegeben hat. Der Kanton Zug plant, das Kiesabbaugebiet zu erweitern und im kantonalen Richtplan festzusetzen. Die Gemeinde Cham wehrt sich dagegen.

Im Kanton Zug sind die Kiesreserven bald ausgeschöpft. Deshalb soll im Gebiet Hatwil/Hubletzen eine neue Zuger Kiesgrube entstehen.

Die vom Kanton Zug geplante Richtplananpassung berge laut einem beauftragten Fachbüro zahlreiche Risiken, teilte die Gemeinde Cham am Donnerstag mit. So habe der Kiesabbau qualitative und quantitative Auswirkungen auf das Grundwasser im Gebiet Hatwil/Knonau, wo eine Trinkwasserreserve für rund 18'000 Personen zur Verfügung stehe.

Trinkwasserversorgung gefährdet

Gemäss den kantonalen Grundlagen werde mit einer Abnahme der Trinkwasserreserven von rund 20 Prozent gerechnet. Im Hinblick auf die Versorgungssicherheit in den zunehmenden Trockenzeiten empfehle das Gutachten den Kiesabbau im Gebiet Hubletzen nicht.

Auswirkungen auf die Natur

Auch seien das gemeindliche Naturschutzgebiet Hatwiler Ried und weitere Naturobjekte, in denen dank Aufwertung etwa der Laubfrosch und die Feldlerche wieder vorkommen, unmittelbar durch den Kiesabbau gefährdet. Der Kiesabbau und die Grundwasserabsenkung würden laut Gutachten die Feuchtgebiete austrocknen und wertvolle Lebensräume verschwinden lassen. Auch würde das Abbaugebiet für Jahrzehnte der Landwirtschaft Fruchtfolgeflächen entziehen.

Kanton will Abbaugebiet erweitern

Im April hatte der Kanton kommuniziert, dass der vorgesehene Abbauperimeter gegen Osten von ursprünglich 35 Hektaren auf rund 55 Hektaren erweitert werden soll. Die Gemeinde Cham hält gestützt auf das Gutachten fest, dass das Abbauvolumen realistisch betrachtet halb so gross sei, wie vom Kanton angenommen. Die Wirtschaftlichkeit sei viel zu optimistisch beurteilt worden.

Quelle: sda

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