Im Vierwaldstättersee wird Seeboden "abgesaugt"

Meterdicke Schichten des Seegrund werden in den nächsten Wochen entfernt

Wer kürzlich beim Inseli in Luzern spazieren war, dem ist es sicherlich auch schon aufgefallen. Die grosse, farbige Plattform, die bei der Werft der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee im Wasser dümpelt. Von der Plattform aus wird im Moment der Seeboden abgesaugt, damit die SGV-Schiffe nicht auf Grund auflaufen.

Etwa hunderttausend Badewannen voll Schlamm und Sand werden in den nächsten paar Wochen "abgesaugt". Neben dem Inseli in der Stadt Luzern werden so meterdicke Schichten des Seegrunds entfernt. Dies, weil das Wasser für die Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) AG nicht mehr tief genug ist. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich nämlich so viel Material auf dem Seegrund angesammelt, dass die Schiffe der SGV die Stege zwischen Inseli und Alpenquai nicht mehr sicher anfahren können.

Für die Arbeiten hat die Schifffahrtsgesellschaft die Firma Kibag beauftragt. Diese startete mit den Arbeiten bereits anfangs Juli und wird diese während den Sommermonaten durchführen - bis etwa Ende September. Das Material wird vom Seegrund abgesaugt, gefiltert und gereinigt. Anschliessend wird es auf einen Nauen verladen und nach Rotzloch transportiert. Allerdings werden bei den Arbeiten auch Seepflanzen zerstört. Für diese muss die SGV Kompensationsleistungen an den Kanton erbringen. Sie pflanzen dafür an anderen Stellen im See Wasserpflanzen und bringen unter Wasser auch spezielle Einrichtungen für die Fische an, damit diese sich in ihrem zerstörten Lebensraum schneller wieder wohl fühlen.

 

Audiofiles

  1. Im Vierwaldstättersee wird Seegrund "abgesaugt". Audio: Pia Riedweg / Carla Keller

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