Fünf Wagentüren mit Sicherheitsdefekten entdeckt

Die SBB führen nach dem tödlichen Arbeitsunfall erste Untersuchungen durch

Nach dem tragischen Unfalltod eines Zugbegleiters haben die SBB bei Sonderkontrollen am betreffenden Wagentyp Defekte und versteckte Mängel an den Türen gefunden. Bisher wurden bei den Einheitswagen IV fünf Türen entdeckt mit defektem Einklemmschutz.

Die Defekte sind brisant, weil nach ersten Erkenntnissen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) auch beim Unfallwagen der Einklemmschutz "nicht funktionsfähig" war. "Diese Defekte wären auch bei den regulären Kontrollen entdeckt worden", beteuerte Linus Loser, Leiter Bahnproduktion SBB, am Mittwoch in Zürich vor den Medien.

«Nicht nötig, die Wagen ausser Betrieb zu nehmen»

Inwiefern von diesen defekten Türen eine Gefahr für Passagiere und Personal ausging, erläuterte Loser nicht. Bei der als Sofortmassnahme durchgeführten Überprüfung der Arbeitsabläufe der Zugbegleiter seien die SBB zum Schluss gekommen, dass diese sicher seien. Gemäss jetzigem Wissenstand und der Sicherheitseinschätzung der SBB sei es nicht nötig, die EW-IV-Wagen ausser Betrieb zu nehmen.

Versteckter Mangel

Weiter deckten die Sonderkontrollen am betreffenden Wagentyp einen versteckten Mangel auf. In einem bestimmten Betriebsmodus reagiert der Einklemmschutz weniger sensibel, als vorgesehen. Bisher ist laut Loser nicht klar, weshalb. Ein Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall bestehe gemäss dem heutigen Stand der Sust-Untersuchung nicht, betonte der Chef der 8000 Lokführer, Zugbegleiter und Rangierarbeiter.

(Quelle: sda)

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