SBB wusste seit langem von Problem-Türen

Dem Sonntagsblick liegen interne Dokumente vor

SBB (Symbolbild)

Ein Ingenieur der SBB hat laut dem "SonntagsBlick" bereits im Januar 2018 vor möglichen schwerwiegenden Unfällen mit Zug-Türen bei EW-IV-Wagen gewarnt. Die Zeitung beruft sich auf interne SBB-Dokumente.

Demnach habe ein Systemingenieur einen 17-seitigen Änderungsauftrag zum Einbau eines Türblattkontrollschalters bei 300 Eisenbahnwagen gestellt. Die Kosten schätzte er laut der Zeitung auf rund 360'000 Franken. "Bei einer Nichtausführung gehen wir das Risiko ein, in Zukunft weiterhin mit offenen Türen zu fahren und dass während der Restlebenszeit des EW IV ein schwerwiegender Unfall geschieht", zitiert der "SonntagsBlick" aus den Unterlagen. Der Einbau sollte bereits im August 2018 beginnen – die SBB fingen allerdings gemäss dem Blatt erst im Juli 2019 an, EW-IV-Wagen mit einem zusätzlichen Schalter zur Türüberwachung auszurüsten.

Tödlicher Unfall

Am 4. August 2019 kam ein SBB-Zugbegleiter bei einem Arbeitsunfall ums Leben. Er wurde beim Einsteigen von der sich schliessenden Tür erfasst, weil der Einklemmschutz nicht funktioniert. Davon bemerkte der Lokführer aber nichts. Ihm wurde fälschlicherweise signalisiert, dass alle Türen geschlossen sind. Der Zugbeleiter wurde in der Folge mitgerissen und tödlich verletzt. 

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