Stadt hat neu Federführung bei Luzerner Theater

Die Stadt Luzern will zusätzliche drei Millionen Franken in die Kultur investieren

Stadt und Kanton Luzern sprechen sich für einen Neubau des Luzerner Theaters aus.

Kanton und Stadt Luzern regeln den Finanzierungsschlüssel der Kulturbetriebe neu. Der Kanton reduziert seinen Anteil an die fünf grossen Luzerner Kulturinstitutionen. Weil die Stadt künftig mehr zahlen muss, kann sie dafür mehr mitbestimmen. Beispielsweise bei der Planung des neuen Luzerner Theaters.

Stadt und Kanton Luzern beteiligen sich an den jährlichen Betriebskosten von Luzerner Theater, Sinfonieorchester, Kunstmuseum, Verkehrshaus und Lucerne Festival im Rahmen des Zweckverbands Grosse Kulturbetriebe. Heute bezahlt der Kanton 70 Prozent, die Stadt 30 Prozent. Laut einer Absichtserklärung übernimmt der Kanton künftig nur noch 60 Prozent. Die Stadt erhöht ihren Beitrag auf 40 Prozent und muss damit rund 3 Millionen Franken mehr bezahlen. Diese neue Regelung basiert auf einem externen Gutachten der Universität Luzern und einem Vorstoss im Kantonsrat, der die Überprüfung der Zweckverbands-Strukturen und dessen Finanzierung forderte.

Klar seien dies erhebliche Zusatzkosten für die Stadt, sagte Stadtpräsident Beat Züsli (SP) am Donnerstag vor den Medien. Aber: Mit dem neuen Finanzierungsschlüssel regelten Stadt und Kanton zugleich auch die Verantwortung sowie die Finanzierung der anstehenden kulturellen Investitionsvorhaben neu. Und darüber zeigte sich der Luzerner Stadtpräsident erfreut. Denn konkret bedeutet dies für die Stadt: Sie übernimmt den Lead bei der Planung des neuen Luzerner Theaters, «und kann mehr mitbestimmen», wie Züsli betonte. Der Kanton ist im Gegenzug federführend bei den anstehenden Investitionen beim Verkehrshaus.

Unterschiedlich verankert

Der ehemalige Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) betonte an der ersten Medienkonferenz in seiner neuen Funktion als Luzerner Kulturdirektor, dass sich der Kanton damit nicht aus der Verantwortung ziehen wolle bei der Planung des neuen Luzerner Theaters. Die neue Aufteilung mache aber Sinn, weil diese beiden grossen Kulturinstitutionen unterschiedlich verankert seien.

Wie viel die Stadt in das neue Luzerner Theater investieren wird, ist noch unklar. Es werde sich um einen hohen zweistelligen bis tiefen dreistelligen Millionenbetrag handeln, sagte Züsli. Der Kanton wird rund 25 Millionen Franken ins Verkehrshaus stecken. Damit aber sei nicht ausgeschlossen, dass sich die Stadt an den Verkehrshaus-Investitionen und der Kanton sich an den Luzerner-Theater-Investitionen beteiligen werde, sagte Schwerzmann.

Stadt und Kanton wollen Neubau

Ob das Luzerner Theater neu gebaut oder umfassend saniert wird, ist noch immer unklar. Züsli betonte: «Kanton und Stadt favorisieren einen Neubau.» Ein Testplanungsverfahren vor einem Jahr ergab, dass sowohl ein Neubau als auch ein Umbau mit Ergänzungsbau machbar seien. Züsli zeigte sich überzeugt, dass der Standort am Theaterplatz «richtig und wichtig» sei. Ein Gutachten der eidgenössischen Kommissionen für Denkmalpflege sowie für Natur- und Heimatschutz misst der als ortsbildprägend angesehenen Fassade zur Reuss hin «grosse Bedeutung» bei, was für eine Umbauvariante sprechen würde.

Die beiden Kulturdirektoren betonten, dass sie diese Empfehlungen ernst nehmen würden. Es gehe nun darum, ihre Idee eines Neubaus mit den Anliegen des Gutachtens in Einklang zu bringen. Man werde in den nächsten Monaten den «planerischen Spielraum» im Rahmen des Ortsbildschutzes ausloten, sagte Züsli. Einen Architekturwettbewerb will er erst starten, wenn klar ist, ob es einen Neubau oder eine Sanierung geben soll.

Der Zweckverband Grosse Kulturbetriebe will den Bestand und die Weiterentwicklung wichtiger Kulturinstitutionen sichern. Die fünf berücksichtigten Betriebe können pro Jahr mit total gut 28,5 Millionen Franken Subventionen rechnen.

Quelle: sda

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  1. Die Stadt Luzern hat neu die Federführung beim Luzerner Theater.. Audio: Caroline Dettling

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