In Halle wurde «Massaker» verhindert

Angreifer von Halle wollte in der Synagoge ein «Massaker» anrichten

Beim Angriff sind zwei Menschen ums Leben gekommen.

Der Angreifer von Halle im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt hat nach Erkenntnissen der Ermittler ein «Massaker» anrichten wollen. Der 27-Jährige sei zur Synagoge gegangen, «um zahlreiche Menschen zu töten», sagte Generalbundesanwalt Peter Frank am Donnerstag in Karlsruhe. Der Rechtsextremist hatte bei seiner Tat am Mittwoch neben Waffen mehrere Kilogramm Sprengstoff bei sich.

Am Mittwoch hatte ein 27-Jähriger zwei Personen vor einer Synagoge und in einem Döner-Imbiss in Halle erschossen. Der Tatverdächtige ist nach Angaben der Ermittler «tief durchdrungen von einem erschreckenden Antisemitismus» und geprägt von Fremdenhass und Rassismus. Nach Aussage von Frank wollte der Attentäter mit seiner Tat «weltweite Wirkung erzeugen» durch das live gefilmte und im Internet übertragene Tatgeschehen und seine Pläne, die er zuvor im Internet verbreitet habe. Er habe sich dabei «in der Tradition vergleichbarer Attentäter» gesehen, etwa im neuseeländischen Christchurch, sagte Frank. Dort hatte im März ein Rechtsextremist in zwei Moscheen über 50 Menschen getötet und den Anschlag live im Internet übertragen.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes wurden Beweismittel beschlagnahmt, die nun wie die Waffen und Sprengmittel kriminaltechnisch untersucht werden. Auch die gesamte Kommunikation des Tatverdächtigen solle durchleuchtet werden, sagte Frank. Die Ermittlungen würden sich aber einige Zeit hinziehen.

Justizministerin: grösste Bedrohung

Die deutsche Justizministerin Christine Lambrecht bezeichnete den Rechtsextremismus als eine der aktuell grössten Bedrohungen, denen der Rechtsstaat mit allen Mitteln gegenübertreten müsse. Rechtsextremismus trete in Deutschland immer gewalttätiger und aggressiver auf, sagte Lambrecht am Donnerstag in Karlsruhe. Der Nährboden beginne oft zunächst mit Worten, denen dann Taten folgen.

Man müsse ganz deutlich machen, dass man die Mitmenschen in Deutschland schütze, sagte die Ministerin. Es gehöre zur Staatsräson, dass Juden in Deutschland sicher leben könnten. Lambrecht kündigte an, Vorschläge zu machen, wie Internetplattformen verpflichtet werden könnten, rechtsextreme Äusserungen zu verhindern.

Quelle: sda

Kommentieren

comments powered by Disqus