Z'graggen verteidigt Urner CVP-Ständeratssitz

Josef Dittli (FDP) ist wiedergewählt

Die beiden Ständeratssitze im Kanton Uri bieten keine Überraschungen. Für zwei Sitze gab es zwei Kandidaturen. Sowohl Heidi Z’graggen (CVP) als auch Josef Dittli (FDP) wurden in die kleine Kammer gewählt.

Die CVP schnappt der SVP den einzigen Urner Nationalratssitz weg. Der 31-jährige Landrat Simon Stadler schaffte die Wahl und liess die Kandidaten der SVP und SP hinter sich. Neu in den Ständerat gewählt wurde Heidi Z'graggen (CVP), Josef Dittli (FDP) schaffte die Wiederwahl.

Wahlsieger Stadler erhielt 4'685 Stimmen, Pascal Blöchlinger (SVP) 4'341 Stimmen. Auf den dritten Platz schaffte es Urs Kälin von der SP mit 2'659 Stimmen. Auf Vereinzelte entfielen 265 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,9 Prozent.

Landrat Simon Stadler

Stadler, gelernter Maurer und heute Primarlehrer, ist der Sohn des Urner alt CVP-Ständerats Hansruedi Stalder, der 1994 spätestens nach Annahme der Alpen-Initiative als tanzender Urner Landammann in Altdorf landesweit bekannt wurde. Die nötigen Stimmen zum Sieg dürfte der Landrat dank Unterstützung aus bäuerlichen Kreisen und dank seinem Engagement in den Vereinen geholt haben.

Der unterlegene Blöchlinger sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, er habe in jenen Gemeinden wenig Stimmen gemacht, die bei Abstimmungen sonst treu SVP wählen würden. Er führe das auf Stadlers gute Vernetzung einerseits dank dessen Verwandtschaft und andererseits dank dessen Beruf zurück. Im Kanton Uri brauche es zudem viel, dass die SVP bei einer Kopfwahl gewinnen könne.

Rückzug der FDP

Die Partei muss nach nur einer Legislatur ihren Nationalratssitz wieder räumen. Beat Arnold hatte im Frühling seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der 40-Jährige war an einem Hirntumor erkrankt und musste ihn operativ entfernen lassen. Er entschied sich daraufhin, nicht mehr politisch tätig zu sein.

Die SVP hatte den Nationalratssitz 2015 von der FDP geerbt, die zuvor seit über hundert Jahren den Kanton Uri im Nationalrat vertreten hatte. Mit dem Rücktritt von Gabi Huber gaben die Urner Freisinnigen ihren Sitz damals aber kampflos auf.

Eigentlich hätte die FDP diesen verlorenen Sitz nun wieder zurückerobern wollen. Im letzten Moment aber musste sie auf eine Kandidatur verzichten, da ihr Kandidat Matthias Steinegger Ende September einen Schlaganfall erlitt und sich aus dem Rennen nahm. Aus Zeitgründen verzichtete die FDP auf eine neue Kandidatur und empfahl dem Stimmvolk
einen der beiden bürgerlichen Kandidaten.

CVP und FDP behalten Ständeratssitze

Die Urner Ständeratssitze bleiben dagegen fest in den Händen der CVP und der FDP: Regierungsrätin Heidi Z'graggen verteidigte den Sitz des zurücktretenden Isidor Baumann (CVP), und die FDP konnte mit dem Bisherigen Josef Dittli wie erwartet ihren Sitz halten.

Dittli erhielt 7576 Stimmen, Heidi Z'graggen machte 7086 Stimmen. Auf Diverse entfielen 3143 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 5132 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 43,5 Prozent. Dittli und Z'graggen waren die einzigen offiziell portierten Bewerber. Im Kanton Uri gibt es keine Meldefristen für Kandidaten.

Im dritten Anlauf nach Bern geschafft 

Heidi Z'graggen sitzt seit 15 Jahren in der Urner Regierung. Bereits 2010 wollte die 53-Jährige in den Ständerat, wurde dann aber überraschend vom damaligen parteilosen Finanzdirektor Markus Stadler überholt. Vor einem Jahr kandidierte die Justizdirektorin und Politologin erfolglos für den Bundesrat.

Nun also hat sie im dritten Anlauf den Sprung nach Bern geschafft. Bei Bekanntgabe ihrer Kandidatur sagte sie, sie werde so oder so nach 16 Jahren im Regierungsrat nicht wieder antreten. Die Gesamterneuerungswahlen in Uri finden am 8. März 2020 statt.

Formsache war Dittlis Wiederwahl als Ständerat. Der 62-Jährige war 2015 als ehemaliger Finanzdirektor in die kleine Kammer gewählt worden. Er übernahm dort den Sitz von Markus Stadler.

Quelle: sda

Heidi Z'graggen Josef Dittli Die Stäne- und Nationalräte des Kantons Uri.

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