"Jungparteien nehme ich nicht ernst"

Christoph Blocher im Luzerner Jugendparlament

100 Jugendliche haben heute das Luzerner Regierungsgebäude in Beschlag genommen und sich zur 5. Jugendsession getroffen. Gastredner war nicht etwa jemand der "jung, grün und weiblich" ist, sondern Christoph Blocher.

Alt-Bundesrat Christoph Blocher hat dem Jugendparlament des Kantons Luzern einen Schnellkurs zum Politisieren erteilt. Der erklärte Gegner von Jungparteien riet den Jungen, sich in ihrem eigenen Interesse politisch zu betätigen.

Der 79-jährige Blocher erklärte gleich zu Beginn, dass er sich nicht selbst ins Jugendparlament eingeladen habe, aber den Jungen gerne seine Erfahrungen aus der Politik mitgebe.

Wichtigste Erkenntnis aus seiner Zehn-Minuten-Rede war, dass man sich wehren könne, auch wenn dies nicht immer dankbar sei. Man müsse den "Grind" hinhalten, sagte Blocher. Er sei der vielleicht angefeindetste Politiker der Schweiz gewesen, "aber ich lebe noch".

Gegen Jungparteien

Blocher erzählte, dass er als Parteiloser in einem Bürgerkomitee in die Politik geraten sei. Als Bürger könne man in der Schweiz einen unglaublichen Einfluss haben, aber nur, wenn man es auch tue. Es wäre in eurem Interessen, Politik zu machen, sagte Blocher den Jugendlichen, und erwähnte die Altersvorsorge. Er sei aber gegen Jungparteien. "Wieso soll man die Jungen separieren?", fragte er.

Die Mitglieder des Jugendparlaments dankten Blocher für seine lockeren Ausführungen mit Applaus und einem Präsent. Blocher bedankte sich mit den Worten: "Das ist geschmiert".

(sda)

Audiofiles

  1. Christoph Blocher im Jugendparlament Luzern.. Audio: Caroline Dettling / Carla Keller
Diskussionen zwischen Generationen im Rahmen der Jugendsession im Luzerner Regierungsgebäude.

Kommentieren

comments powered by Disqus