«Unterricht steht nur noch an zweiter Stelle»

Eine Befragung der Gewerkschaft zeigt: Luzerner Lehrpersonal fühlt sich stark belastet

Der Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD hat bei Lehrpersonen und dem Verwaltungspersonal eine Befragung zur Arbeitsbelastung durchgeführt. Die Ergebnisse lassen aufhorchen: 52% der Lehrpersonen im Kanton Luzern können sich vorstellen, den Arbeitgeber zu wechseln und beispielsweise in einem anderen Kanton zu arbeiten. 95% aller Lehrerinnen und Lehrer leisten unbezahlte Überstunden. Zudem werden die Arbeitsintensität und die emotionalen Anforderungen als sehr belastend wahrgenommen.

Vonseiten der Luzerner Regierung sieht man allerdings keinen Handlungsbedarf. Die Tatsache, dass 70% der Befragten Lehrerinnen und Lehrer angeben, mit ihrem Job zufrieden zu sein, sei doch eine überraschend gute Nachricht, so Regierungsrat Reto Wyss (CVP).

Beim VPOD ist dies nicht die erwünschte Reaktion der Regierung. Geschäftsleiterin Viviane Hösli betont, es handle sich nicht um eine allgemeine Zufriedenheitsumfrage, sondern um eine Belastungsumfrage. Die Lehrerinnen und Lehrer würden ihren Beruf gerne ausüben – hätten allerdings zu wenig Ressourcen dafür.

Die Gewerkschaft sieht die Qualität im Bildungsbereich gefährdet und fordert den Kanton auf, mehr Ressourcen bereit zu stellen. Befürchtet wird auch, dass Lehrpersonen in andere Kantone abwandern, wo sie Arbeitsbedingungen besser sind.

Lehrer (Symbolbild)

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