Bund verschärft Meldepflicht wegen Coronavirus

Verdachtsfälle sind auch in der Schweiz aufgetaucht

Verdachtsfälle sind auch in der Schweiz aufgetaucht (Symbolbild).

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat präventive Massnahmen gegen das Coronavirus ergriffen. Verschärft wird die Meldepflicht von Ärzten und Laboratorien. Verdachtsfälle sind auch in der Schweiz aufgetaucht.

Ab kommender Woche müssen Ärzte und Laboratorien Fälle mit Verdacht auf eine Corona-Infektion innerhalb von zwei Stunden den Kantonen und dem Bund melden, wie BAG-Mediensprecher Jonas Montani einen Bericht des "Sonntagsblicks" gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte.

Verdachtsfälle des Coronavirus sind auch in der Schweiz bekannt. Am Zürcher Triemli-Spital befinden sich zwei Personen, die sich zuvor in China aufgehalten hatten, in Quarantäne. Im Stadtspital Triemli werden aktuell zwei Personen abgeklärt, die nach einem Aufenthalt in China Zeichen einer Infektion aufweisen, wie die Kommunikationsverantwortliche des Spitals, Maria Rodriguez, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Sie bestätigte damit eine Meldung von 20 Minuten.ch.

Weil neben anderen, herkömmlichen Erregern auch das Coronavirus als Ursache ihrer Beschwerden infrage komme, befänden sich die beiden Personen momentan in Quarantäne. Es bestehe kein Risiko für andere Patientinnen und Patienten oder für Spitalangestellte.

Tests seit drei Wochen durchgeführt

Die Proben der Verdachtsfälle werden momentan durch einen spezifischen Test am Nationalen Referenzzentrum für neu auftretende Viruserkrankungen (Navi) am Universitätsspital in Genf untersucht.

Wie Pauline Vetter, Infektiologin am Laboratorium für Virologie im Universitätsspital Genf auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, seien bereits seit drei Wochen Proben von Coronavirus-Verdachtsfällen beim Navi eingesendet worden. Bisher sei keiner der zehn bis 100 Verdachtsfälle aus der Schweiz bestätigt worden.

Ab Montag soll laut Vettel eine Hotline bereitstehen, bei der medizinisches Personal Auskunft über das Vorgehen bei Verdachtsfällen erhalten kann.

BAG in Kontakt mit Tourismusveranstaltern

Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenprävention beim BAG, schätzt das Risiko einer Ansteckung in der Schweiz momentan als gering ein. Das könne sich im schlimmsten Fall allerdings rasch ändern, sagte er gegenüber dem "SonntagsBlick". Besonders durch Reisen könnte sich das Virus schnell ausbreiten. Das BAG stehe mit Tourismusveranstaltern in Kontakt, die Gruppenreisen mit Gästen aus Asien in der Schweiz organisieren.

Massnahmen bei der Einreise in die Schweiz gibt es derzeit jedoch noch keine. Zahlreiche andere Flughäfen haben Screening-Massnahmen für Passagiere aus Wuhan eingeführt. Darunter zählen die Flughäfen Singapur, Hongkong, Thailand, Taiwan und anderen Städten im asiatischen Raum sowie Los Angeles, San Francisco und New York in den USA.

In Europa führten die Flughäfen Fiumicino in Rom und Heathrow in London derartige Massnahmen ein. Das BAG rät im Moment nur von Reisen in die chinesische Stadt Wuhan ab. Für den Rest des Landes gibt es auf der BAG-Internetseite Reiseempfehlungen.

Acht Schweizerinnen und Schweizer in Wuhan

Das neue Coronavirus ging Ende letzten Jahres in Wuhan vermutlich von einem Tiermarkt der Stadt aus. Laut Eidgenössischem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sind der Schweizer Botschaft acht angemeldete Schweizer Staatsangehörige bekannt, die in der Stadt Wuhan leben. Die Botschaft stehe auch mit anderen Schweizerinnen und Schweizern in Kontakt, welche die Vertretung angerufen hätten.

Die Hälfte der acht Personen seien jedoch nicht mehr vor Ort und die Verbliebenen wollten Wuhan nicht verlassen, teilte das EDA auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Krankheitsfälle unter den Schweizern seien keine bekannt.

(Quelle: sda)

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