Restaurants spüren Folgen des Coronavirus

Asiaten stehen in Luzern unter Generalverdacht.

Die Angst vor dem Coronavirus geht in der Schweiz um, obwohl es bisher keine Krankheitsfälle gab. Dennoch spüren Asiaten in der Stadt, dass sie mit anderen Augen angeschaut oder gar gemieden werden. Und auch die Restaurants spüren die Folgen des Virus.

Im Restaurant Da Ernesto am Luzerner Rathausquai weigerten sich zwei ältere Einheimische, an einem Tisch neben einer Gruppe von sechs Asiaten zu sitzen. Auch einen Tisch in einem anderen Teil des Restaurants wollten sie nicht annehmen und machten rechtsumkehrt. Dies sagte Geschäftsleiter David Konecny gegenüber Tele1 und Radio Pilatus. Eine junge Touristin aus Shenzhen, China, erzählte bei einer Strassenumfrage, dass vor allem Asiaten mit Gesichtsmasken gemieden würden. 

Unbegründete Panik

Laut dem Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall bestehe zur Zeit keine Gefahr für die Schweizer Bevölkerung. In der Schweiz habe es zwar einige Verdachtsfälle gegeben, diese hätten sich aber nicht bestätigt. Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit sind bis jetzt weltweit rund 15'000 Coronavirus-Fälle bestätigt worden. Über 300 Personen oder rund zwei Prozent sind am Virus gestorben. Im Vergleich dazu: während der letzten Grippesaison sind knapp 210'000 Menschen in der Schweiz mit grippeähnlichen Symptomen zum Arzt gegangen - etwas mehr als 30 Prozent oder rund 70'000 von ihnen wurden als tatsächliche Grippefälle diagnostiziert. Die Mortalitätsrate  bei der Grippe kann bis zu fünf Prozent betragen.      

Erster Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt. Coronavirus Verdachtsfälle sind auch in der Schweiz aufgetaucht (Symbolbild). Verdacht auf Coronavirus in Einsiedeln

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