Kelly Clarkson – All I Ever Wanted

„Irgendwann will ich stolz auf dieses Album zurückblicken

und denken: wow, das war fantastisch!“

Auch mit ihrem vierten Album „All I Ever Wanted" demonstriert Kelly Clarkson ihren unzügelbaren Ehrgeiz, ihre Bandbreite ständig zu erweitern und ihre Musik in immer neue und unerwartete Richtungen weiter zu entwickeln. Trotz mehr als zwanzig Millionen verkaufter Tonträger weltweit, acht US-Top-Ten-Hits, Grammys, MTV Video Music Awards und American Music Awards hat sich für die 26-jährige nicht viel verändert: nach wie vor ist ihr weitaus mehr daran gelegen, neue Herausforderungen zu suchen, als sich zu wiederholen.

Wenn sie über die Songs des neuen Albums spricht, kann Clarkson ihren Enthusiasmus keine Sekunde verbergen, er ist geradezu ansteckend. „Viele Stücke haben einen souligen Seventies-Rock-Vibe", erklärt sie, „andere wiederum sind eher Club/Dance-Tracks. „If I Can't Have You” klingt zum Beispiel wie The Killers meets Eurythmics." Aber sie zeigt auch ihre softere, emotionalere Seite, unter anderem bei Songs wie „If No One Will Listen" und ihrer Eigenkomposition „Cry", den sie als „Countrysong, der wie ein Popsong produziert wurde" bezeichnet - „unglaublich traurig, aber auch sehr stark."

Als ein gutes Beispiel, wie sie ein Stück personalisiert und ihre ganz individuelle Note gibt, ist die mit dem unvergesslichen Titel „My Life Would Suck Without You" ausgestattete erste Single des Albums, die von den Pop-Genies Dr. Luke und Max Martin (Avril Lavigne, P!nk, etc.) beziehungsweise Claude Kelly (Leona Lewis, Britney Spears, etc.) stammt und einen neuen Chart-Rekord aufstellte: „My Life Would Suck Without You" machte den grössten Sprung an die Spitze der US Billboard Charts in der Geschichte der Hit 100 (von 97 auf eins). „Sie schreiben grossartige, eingängige und zum Teil rotzfreche Songs", sagt sie, „aber die endgültige Fassung unterscheidet sich erheblich von der Ursprungs-Version. Wir änderten die Perspektive und noch einige andere Dinge - das Lied musste einfach noch viel mehr Kelly Clarkson werden. Luke und Max finden das klasse, es ist für sie eine Herausforderung, den Song so hinzubekommen, dass er optimal zu mir passt."

Der trotzigste Track des Albums mit dem Titel „I Do Not Hook Up" stammt allerdings von Katy Perry. „Ich war schon ein grosser Fan von ihr, bereits vor „I Kissed A Girl“, erklärt Clarkson. „Und als ich diesen Song hörte, hatte ich sofort das Gefühl, dass ich ihn genauso geschrieben hätte."

Bei der Beschreibung von „I Want You" muss Kelly angesichts des für Kelly-Clarkson-Verhältnisse überraschenden Inhalts lachen. „In dem Song werden keine Jungs fertig gemacht, das ist schon einmal sehr ungewöhnlich für mich", erklärt sie, „und: ich habe ihn selbst geschrieben - das ist noch erstaunlicher!"

Die musikalische und inhaltliche Bandbreite, in der sich „All I Ever Wanted" bewegt, sollte den Hörer angesichts der wilden Achterbahnfahrt, die die Texanerin hinter sich hat, nicht allzu sehr schockieren. 2002 katapultierte sie die TV-Show „American Idol" ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit und Medien - die damals 20-jährige war als Siegerin aus der aller ersten Staffel hervorgegangen. „Unsere Show war völlig anders als jetzt", sagt sie. „Heute gibt es einen Riesendruck. Wir waren damals nur ein paar Kids, die Musik machen wollten - es war fast wie vor zehn Leuten in einer Bar zu singen, so wie ich das vor „Idols“ auch gemacht hatte."

Ihren Status als Superstar zementierte sie 2005 mit dem Album „Breakaway". Der Longplayer verkaufte sich über zehn Millionen Mal, brachte fünf US-Top-Ten-Hits hervor und rangierte zwei komplette Jahre in den Billboard Charts.

Veröffentlichung: 6. März 2009

www.kellyclarkson.com

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