The Fray - The Fray

Schlägt man die Bedeutung des Bandnamen The Fray im Wörterbuch nach, erhält man folgende Ergebnisse:

fray 1. (lauter) Streit;

2. a) Schlägerei, b) Militär u. übertragen Kampf.

Was dürfen wir also von einem Album mit dem Titel The Fray erwarten, auf dessem Cover vier junge Männer ausgerechnet in einer Tiefgarage herumlungern? Der Eindruck trügt. Zumindest der Musik nach könnte man den vier Jungs bedenkenlos die Einkaufstüten jeder Oma zum Hochtragen in ihre Wohnung anvertrauen. Ungewöhnlicherweise sei hier zunächst einmal dem Fotografen Nathan Johnson gedankt, bevor es um die Musik dieses Albums gehen soll. Er hat die Fotos im Booklet beigesteurt, die in ihrer klaren Bildsprache auf die jeweiligen Songs eingehen und beim Betrachten schöne Anregung bieten, zumal sämtliche Songtitel als Leuchtschrift in das Bildmotiv integriert sind.

The Fray, -das ist eine Geschichte von viel Herzblut und Durchhaltevermögen, denn als die Band 2002 in Denver, Colorado gegründet wurde, standen die Leute nicht gerade Schlange, um künftig Fans zu werden. Doch das hielt Pianist Isaac Slade und Gitarrist Joe King nicht davon ab, gelegentlich in den Clubs der Stadt aufzutreten und Bühnenerfahrung zu sammeln. Ihre erste EP entstand noch auf eigene Kosten, bis schließlich auch Plattenfirmen und Radiostationen auf die Band aufmerksam wurden.

Ihr “echtes“ Debut How To Save A Life bedeutete einen klaren Schritt nach vorn, in Richtung Grammy-Nominierung. Mittlerweile ist The Fray eine der gefragtesten Bands für Fernsehsoundtracks, wie ihre Teilnahme an Top-US-Serien Scrubs, Greys’ Anatomy, What About Brian, One Tree Hill und Bones belegt. Mit ihrem aktuellen Album The Fray greifen die Jungs jetzt nach den Sternen ohne dabei den Kopf zu verlieren, denn die 10 Songs sind von ihrer Machart her grundsolide und ohne jegliche Effekthascherei. “Ungodly Hour“ verkörpert in musikalischer Hinsicht, durch den Einsatz von Klavier, Gitarre und einem mit Besen gespielten Schlagzug genau die Mischung aus Intimität und nüchterner Einsamkeit zu nachtschlafener Zeit, die Fotograf Johnson mit der Ansicht zweier Zimmertüren im Kunstlicht eines Motelflurs umgesetzt hat: Lebensgefühl und Musik, die in richtung Jazz tendieren. The Fray lebt aus Kontrasten, etwa wenn im darauffolgende Stück “We Build Then We Break“ treibender Rhythmus und an U2 erinnernder Gesang erklingen: “Hold Your breath ’til it’s over“, bevor sich sämtliche Spannungen im Song “Happiness“ unter extatischem Chorgesang in Wohlgefallen auflösen. The Fray ist das Kunststück gelungen, die extrem hohen Erwartungen nach ihrem erfolgreichen Debut mit ihrem zweiten Album The Fray noch zu toppen!

Veröffentlichung: 27.3.2009

www.thefray.net

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