Paolo Nutini – Sunny Side Up

Kaum zu glauben aber wahr, schon fast drei Jahre ist es her das Paolo Nutini mit seinem Debütalbum „These Streets“ weltweit für ein Aufhorchen sorgte. Mit der ersten Single „Jenny Don’t Be Hasty“ gelang dem damals 18-jährigen quasi aus dem Stand der grosse Wurf. Danach folgten Songs wie „New Shoes“ oder „Rewind“ die ihn vollends zum gefeierten Shootingstar der Singer und Songwriter-Szene beförderten.

Er hat ja mit seinem Debut schon ganz schön abgeräumt - aber was Paolo Nutini wirklich kann, dass zeigt er erst jetzt, mit seinem am 5.Juni erscheinenden zweiten Album „Sunny Side Up“! War „These Streets“ nämlich noch das Album eines Jungen, der durch irgendeinen Zufall in die grosse Musik gestolpert war, so ist das neue Album das Werk eines gereiften und selbstbewussten Künstlers. Hört man oft, ist aber tatsächlich so.

Auch die Entstehung war diesmal ganz anders, für die Aufnahmen mit Produzent Ethan Johns (Kings Of Leon, Ray LaMontagne, Razorlight) rekrutierte Paolo Nutini seine Band The Vipers, mit denen er hörbar eine perfekte Einheit bildet. Wenn er über die Aufnahmen spricht, fällt auf, dass er immer "Wir" sagt: "Wir wollten frisch klingen und neuen Ideen viel Platz einräumen." Seit Februar 2008 bastelte der Schotte an den Songs für den Longplayer. Mangelnden Fleiss kann man dem Musiker also trotz der grossen Erfolgswelle nicht vorwerfen. Für die Produktion hat sich Nutini zusammen mit seiner Band auf den Weg nach Irland begeben. In der Folge pendelten die Musiker zwischen Irland, Wales, London und den USA, spielten Sessions und sammelten Ideen.

Das haben sie dann auch, in der Tat hat man selten eine solche Ausdruckskraft und so eigenwillige Songs zu hören gekriegt - ein gewöhnliches Singer-Songwriter-Album ist das jedenfalls nicht! Vielmehr ist es eine musikalische Reise, die von Ragtime bis Reggae und von Sing-A-Long bis Soul reicht. "Es gibt kein Genre und keinen Stil, dem ich mich zurzeit verpflichtet fühle", erklärt Nutini die Vielseitigkeit seines Songwritings. "Ich bewege mich von Django Reinhardt nach Cab Calloway bis zu Canned Heat. Das ist schon ein ziemlich zufälliges Gemisch, aber ich wollte alles so herauslassen, wie es eben kommt und es nicht manipulieren. Es sollte sich organisch entwickeln und sehr direkt werden, so dass man es einfach nur so nehmen kann, wie es ist."

Das kann man sogar sehr gut! „Sunny Side Up“ ist sozusagen positive Energie in Form einer Scheibe - ein Album bei dem man einmal mehr merkt, dass Musik mehr ist, als nur Musik: "Sie ist eine Kraft.“

Veröffentlichung: 5. Juni 2009

www.paolonutini.com

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.