Katharina Michel – Heimatland & Stärnehagel

Der Titel ist eindeutig zweideutig – „Heimatland & Stärnehagel“, da sticht natürlich die Heimat heraus. Sprich die Schweiz, sprich – im Fall von Katharina – Brienz und die ländliche Umgebung. Schon wähnt sich der Konsument des Albums bereits wieder im Gute-Laune-Song „Landei“, der ersten und einzigen Vorab-Single des Silberlings, welcher vor allem die idyllischen Landschaften und die knorrigen, aber gutmütigen Brienzer Menschen beschreibt. Aber das Album ist ein Album und keine Single. Nicht nur das Heimatland, auch die Sterne sind da. Vielleicht prasseln sie nicht gerade als Hagel vom Himmel herab, aber Katharina Michels Erstling ist zweifellos mit einigen mehr als nur hörenswerten Songs bestückt. Und „Heimatland & Stärnehagel“ nochmals - Katharina spricht eine deutliche Sprache. „Fig di“ heisst ein Titel, bei welchem die Brienzer Sängerin zum Imponiergehabe von heutigen Macho-Typen klar und unmissverständlich Farbe bekennt. Dass auf ihrem Debüt-Werk ein Duett mit ihrem Produzenten Florian Ast vorhanden ist, hat Katharina Michel schon länger bekannt gegeben. Umso überraschender präsentiert sich das Resultat, Track Nummer zwei heisst „Alles eis Ding“ und ist tatsächlich nichts anderes als eine moderne Florian-Ast-Adaption des traditionellen Volksliedes. Hervorragend produziert und gesungen, ist dieser Song definitiv ein Kandidat mit Ohrwurm-Potenzial. Obwohl – und hier hat sich seit dem „Landei“ nichts geändert, Katharina Michel ist und bleibt Katharina Michel, aber auf dem Album ertönt weiterhin Florian Ast. Der daherkommende Musikstil, das ist Florian Ast und sein langjähriger Musiker und Produzent Thomas Fessler. Das schon fast zu perfekte Mastering ist Florian Ast, die Texte zum allergrössten Teil ebenso. Katharina Michel findet daran nichts Negatives. „Man hört bei den meisten Künstlern auf den Alben den jeweiligen Produzenten heraus, das ist auch bei mir nicht anders“, sagt sie. Zudem sind die Titel auf sie, ihre Stimme und Stimmlage massgeschneidert. Und ihre persönliche musikalische Note hat der Brienzer MusicStar ebenfalls vorgenommen, durchs Band, auch beim schon fast punkigen „Fig di“, sind Blasinstrumente zu hören. Meist Tuba und Posaune.

Trotz der lupenreinen Florian-Ast-Produktion kann Katharina auf ihrem ersten Album eine persönliche Note vermitteln. Katharina Michel hat bekanntlich im vergangenen Herbst ihren Vater verloren. Dieses berührende Schicksal wurde landauf, landab von der Boulevardpresse im Zusammenhang mit Katharinas Karriere bei MusicStar gepusht. Dass auf „Heimatland & Stärnehagel“ ein Song über Hans Michel vorhanden sein würde, ist schon länger klar. Genau genommen sind es zwei Tracks, die Geschichte „Min Ätti“ hat Katharina selber geschrieben und wird auf der CD von nachdenklich stimmender Klaviermusik untermalt. Unmittelbar darauf folgt „I mim Härz“, ein grosser Höhepunkt des gesamten Werkes. Und ein Song, der unter die Haut geht. „Für immer diini Tochter, i sägen 'merci vil mal'“, so schliesst Katharina das Lied. Ein weiterer Balladen-ähnlicher Titel ist der Lovesong „Mir boue üs e Brügg“, einer von Katharinas persönlichen Favoriten. „Eine wunderschöne Liebesgeschichte, wie sie jeder gerne erleben möchte“, sagt sie dazu.

Katharina Michel ist am Mittwoch 9.September live zu Gast bei Radio Pilatus ab 14Uhr bei Evelyn Leemann.

Veröffentlichung: 4. September 2009

www.katharinamichel.ch

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