Muse - The Resistance

They will not force us

they will not degrade us

we will be victorious…

…heisst es in der ersten Single Uprising aus dem fünften Muse- Album The Resistance - und tatsächlich scheint das Trio aus Teignmouth unbesiegbar zu sein. Am 11. September erscheint das Album, das sie im Laufe des Jahres in Norditalien aufgenommen haben, bevor es von Mark ‚Spike’ Stent gemixt wurde. Im November geht es dann auf eine grossangelegte UK-Tour, die bereits nach Minuten ausverkauft war. Was sollte man auch anders von einer Band erwarten, die weltweit über 8 Millionen Alben absetzte, zwei Abende hintereinander das Wembley-Stadion ausverkaufte und mit 5 MTV-Awards, 4 Q-Awards, 7 NME-Awards und 2 Brit-Awards ausgezeichnet wurde?

Soweit die Fakten. Was aber viel wichtiger ist. wohin führen uns Muse mit dem neuen Album? Ist The Resistance ein Abschied von den beiden Vorgängern Absolution und Black Holes And Revelation? Oder bildet es mit diesen ein Triptychon aus drei supermassiven Alben? In gewisser Weise ist es beides. In Sachen Sound und musikalischer Vision dürfte The Resistance ihr ambitioniertestes Album sein. Muse haben ihren Robofunk/Monster-Riff/Stadion-Space-Sound von Black Holes noch weiter aufgeblasen und ihren Horizont nochmal erweitert. Für Muse ergäbe es keinen Sinn, sich auf sicheres und bewährtes Terrain zurückzuziehen.

Wie Sänger und Gitarrist Matt Bellamy jüngst in einem Interview sagte: „Es gibt einige Songs auf dem Album, die ihre Einflüsse aus aktuellen R&B-Produktionen herleiten, besonders von Timbaland - schwere Beats, Synkopierungen, sehr melodische und rhythmische Vocals. Dom hat die gesamte Drum-Programmierung selbst übernommen. Ingesamt ist es ein fast klassisches Album geworden. Es ist anders orchestriert, als man es normalerweise von einer Rockband erwarten würde; wir haben dabei alle Arrangements selbst entworfen. Neulich waren wir in Mailand, um die Orchestersätze mit 40 Musikern aufzunehmen, allesamt grossartige Instrumentalisten und sehr experimentierfreudig.“

Es sind hauptsächlich die Inhalte von Matts Lyrics, die den Anschluss an die beiden Vorgänger-Alben bilden. MK Ultra führt Themen weiter, die mit „Ruled By Secrecy“ ( Absolution ) begonnen wurden, das mehr oder weniger von einem verdeckten CIA-Programm zur Gedankenkontrolle und chemischer Manipulation bei Verhören aus den 50ern inspiriert wurde. An anderer Stelle ist United States of Eurasia von den Schriften des gebürtigen Polen Zbigniew Brzezinski beeinflusst, der lange Jahre Berater des Ex-Präsidenten Jimmy Carter war. In seiner Abhandlung ‚The Grand Chessboard’ vertritt Brzezinski die Ansicht, „dass die Eurasische Landmasse (Europa, Asien und der Mittlere Osten) unter der Kontrolle der USA stehen muss, um die Ölversorgung zu sichern“, führt Matt aus. „Er betrachtet die Welt ziemlich selbstverständlich als grosses Schachbrett. Kombiniert mit dem offensichtlichem Bezug zu George Orwells Eurasia aus 1984 offenbart sich die Inspiration für den Text des Songs.“ Die spezifische Grausamkeit der modernen Zeit, die bereits so treffend in „Assasssin“ ( Black Holes ) und der Hitsingle „Time Is Running Out“ ( Absolution ) angesprochen wurde, kehrt ebenfalls in Uprising wieder.

The Resistance ist Muse’s Sprung in die eigene Produktionsweise, und sie mussten ihre eigene Form demokratischen Umgangs entwickeln, um Konflikte zu lösen: „Da wir keinen Producer im Boot hatten, mussten wir die Diskussionen über die Musik selbst führen“, erklärte Dom kürzlich. „Wenn also zwei von uns eine Auseinandersetzung hatten, war es die Aufgabe des Dritten, zu schlichten.“

Glücklicherweise gab es diesmal keinerlei Druck durch Deadlines. „Wir hatten

unbegrenzt Zeit, um an dem Album zu arbeiten. Das war sehr gut für uns.“ Aber es brauchte trotzdem etwas Grundvertrauen zwischen den Jugendfreunden, um die Exogenesis -Symphonie bis zum Ende durchzuführen. Matt: „Ich musste die anderen beiden dazu bringen, mir ein bisschen bei der Nummer zu vertrauen. Aber ich glaube, es ist überwältigend geworden…“ (Wohl wahr!).

Auf The Resistance stellen MUSE wichtige Fragen, die beantwortet werden müssen: Was heisst es heutzutage, Bürger eines Landes zu sein? Was bedeutet es heute, in einer Band zu spielen? Die wichtigste Frage aber, wenn es um darum geht, die Zeit anhand ihrer Blaupause der Opulenz zu definieren, beantworten sie mit einer Gegenfrage: Statt „Warum?“ heisst es bei ihnen: „Warum nicht?“.

Tracklisting - The Resistance

Uprising

Resistance

Undisclosed Desires

United States of Eurasia

Guiding Light

Unnatural Selection

MK Ultra

I Belong To You

Exogenesis Symphony part I (Overture)

Exogenesis Symphony part II (Cross Pollination)

Exogenesis Symphony part III (Redemption)

www.muse.mu

Offizieller Muse-YouTube-Kanal

Veröffentlichung: 11.September 2009

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.