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Menznau: 42-jähriger erschiesst in Holzfirma zwei Menschen

Sieben weitere Personen zum Teil schwer verletzt

Menznau - Mittwoch, 27. Februar 2013 11:15
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  • <small>Foto: Mario Stauber</small>
  • <small>Foto: Mario Stauber</small>

Auf dem Gelände der Holzverarbeitungsfirma Kronospan in Menznau hat ein 42-jähriger Schweizer am Morgen zwei Arbeitskollegen getötet. Er wurde danach tot aufgefunden. Die beiden Getöteten seien ebenfalls Schweizer. Beim tragischen Vorfall in Menznau sind ausserdem gemäss Polizeiangaben sieben weitere Personen verletzt worden, fünf davon schwer. Nach unbestätigten Angaben ist einer der verletzten Personen inzwischen seinen Verletzungen erlegen.

Schwinger Benno Studer unter den Toten
Bei einem der beiden Getöteten handelt es sich um den Entlebucher Kranzschwinger Benno Studer. Der Luzerner Schwingerverband bestätigte am späten Abend entsprechende Meldungen. Der 26-jährige Studer hatte 2011 das Innerschweizerische Schwingfest in Küssnacht am Rigi gewonnen. Zudem war er im Besitz aller Bergkränze.

Motiv weiterhin unklar
Wieso die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden, ist unklar. Der Vorfall ereignete sich um 9 Uhr im Bereich der Werkstatt, eines Korridores zur Betriebskantine sowie in dieser selbst. Der Schütze schoss dabei nach Aussage von Kripo-Chef Daniel Bussmann mit einer Faustfeuerwaffe gezielt auf Personen. Was dann im Gebäude der Kronospan passiert ist, ist unklar. Verschiedenen unbestätigten Angaben zufolge wurde der Täter von einem oder mehreren Mitarbeitern überwältigt, wobei er getötet wurde.

Täter ein langjähriger Mitarbeiter
Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 42-jährigen Schweizer, der seit mehreren Jahren bei der Kronospan arbeitete. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich um einen ruhigen Mann, der nicht aufgefallen sei.

Ein Mitarbeiter berichtete allerdings gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung von psychischen Problemen des Mannes. Er habe des öfteren Selbstgespräche geführt oder völlig unverhofft das Thema gewechselt. Es sei kaum mehr möglich gewesen, mit ihm zu sprechen. Aggressiv sei der Mann jedoch nie geworden.

Hotline für die Angehörigen eingerichtet
Die Luzerner Polizei hat eine Notfall-Hotline 041 248 83 83 für direkte Angehörige der Mitarbeitenden eingerichtet. Nicht direkte Angehörige, Bekannte und Verwandte wenden sich bitte an die direkten Angehörigen.

Kronospanleitung im Schockzustand
Urs Fluder von der Konzernleitung der Kronospan zeigte sich gegenüber Radio Pilatus schockiert: «Wir sind alle in einem Schockzustand. Wir machen alles Menschenmögliche, um die Angehörigen adäquat zu betreuen und finanziell zu unterstützen.» Kronospan stellt die Produktion nach der tödlichen Schussabgabe für zwei Tage ein.

Die Kronospan AG ist ein Unternehmen der Swiss Krono Group, liegt im Familienbesitz und ist einer der bedeutendsten Marktplayer im Bereich Herstellung und Veredelung von Holzwerkstoffen. Mit 410 Mitarbeitern ist sie ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Die Firma erzielte 2011 einen Umsatz von 280 Millionen Franken.

Gemeindepräsident von Menznau tief betroffen
Der Gemeindepräsident von Menznau, Adrian J. Duss, hat mit tiefer Betroffenheit auf die tödliche Schussabgabe in der Fabrik Kronospan reagiert: «Ich bin erschrocken, war schockiert. Die Tat ist für mich unbegreiflich und unfassbar», sagte er gegenüber Radio Pilatus.

Inzwischen haben sowohl die Luzerner Kantonsregierung als auch der Bundesrat den Betroffenen ihr Mitgefühl ausgedrückt.

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Verfasst von: Matthias Oetterli