Kälteschock

11 Grad im Hotelzimmer? Keine Seltenheit in Peking

Daniel Schmuki, 12. Februar 2022, 13:22 Uhr

Quelle: PilatusToday / Daniel Schmuki

Während meines Einsatzes an den Olympischen Winterspielen bin ich für drei Wochen in Peking zu Hause. Entsprechend wichtig ist eine gute Unterkunft. Eine solche habe ich glücklicherweise gefunden. Doch einen Makel hat mein Hotel.

Als ich mich im vergangenen Herbst für eine Unterkunft für die Olympischen Spiele entscheiden musste, stellten sich zahlreiche Fragen: In welcher Zone (Peking, Yanqing oder Zhangjiakou) soll das Hotel liegen? Wie nahe an den Wettkampfstätten muss es sein? Wie gut ist die Unterkunft erschlossen? Fragen über Fragen, die ich zu diesem Zeitpunkt nur sehr schwer beantworten konnte. Denn damals war noch nicht absehbar, wie wir uns hier bewegen dürfen.

Fernseher, Pult und Sofa – was will man mehr?

© PilatusToday

Also entschloss ich mich für ein Hotel in Peking, welches in der Nähe des Olympia-Parks und des Nationalstadions liegt. So könnte ich notfalls auch zu Fuss zu einigen Wettkampfstätten laufen, so meine Überlegung. Doch ich hatte falsch gepokert. Weil die Olympischen Spiele in einer Blase stattfinden, darf ich mich hier nicht zu Fuss bewegen. Ich muss für jede noch so kleine Strecke den offiziellen Shuttle-Bus nehmen.

Schönes Zimmer – mit einem kleinen Makel

Auch wenn dies sehr umständlich ist und viel Zeit benötigt, habe ich mich mittlerweile damit abgefunden. Ändern kann ich es sowieso nicht. Doch immerhin habe ich mit der Wahl des Hotels einen Glückstreffer gelandet: Das Zimmer ist sauber, schön eingerichtet und bietet alles, was man sich wünscht. Sogar ein kleines Sofa steht in der Ecke. Und nicht nur aus der Badewanne habe ich etwas Aussicht.

Ein Problem gibt es aber: die Raumtemperatur. Als ich nach der langen Reise im Hotel eincheckte, bin ich ziemlich erschrocken. Denn im Zimmer war es richtig kalt. Etwa 15 Grad zeigte die Heizung an. So drehte ich diese umgehend auf die Maximalstufe – es waren 35 Grad – und mein Hotelzimmer begann sich langsam, aber stetig aufzuwärmen.

Spielverderber Reinigungspersonal

Mittlerweile hat sich die Raumtemperatur bei ungefähr 21 Grad eingependelt. Doch leider hat mir das Reinigungspersonal vor Kurzem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als ich jüngst nach einem langen Arbeitstag gegen 22 Uhr ins Hotelzimmer kam, stand das Fenster sperrangelweit offen. Mein Blick ging sofort in Richtung Heizung, die nur noch 11(!) Grad anzeigte.

Weil das Reinigungspersonal das Fenster nicht mehr schloss, ging die Raumtemperatur stark zurück.

© PilatusToday

Es dauerte sicher zwei Stunden, bis ich meine Jacke und die Winterschuhe endlich ausziehen konnte. Denn das Zimmer wärmte sich diesmal nur langsam auf. Und ich musste noch einen Artikel fertig schreiben und ein Video schneiden, was im Bett schlicht unmöglich war. Mit Handschuhen, einer Mütze und ein paar Tassen heissem Tee überstand ich aber auch das.

Dennoch frage ich mich jetzt schon, ob das Reinigungspersonal das Fenster heute wohl wieder vergessen hat zu schliessen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. Februar 2022 13:39
aktualisiert: 12. Februar 2022 13:39