«Wir haben für ihn gesiegt»

Zug wahrt Titelchance mit bitterem Beigeschmack – Suri schreit vor Schmerzen

Tobias Hotz, 28. April 2022, 07:33 Uhr

Quelle: TV24

Der EV Zug kann auch Spiel fünf für sich entscheiden und vermiest den ZSC Lions erneut die Meisterfeier. Dank eines Hattricks durch Dario Simion und eines Treffers von Jan Kovar gewinnt der EVZ 4:1 und erzwingt damit Spiel sechs. Den entscheidenden Treffer erzielten die Zuger in Unterzahl.

Zugs Yannick Zehnder sitzt nach einem unsauberen Check auf der Strafbank. Es ist bereits die zweite Unterzahl, die der EVZ beim Stand von 1:1 im letzten Drittel zu überstehen hat. Was zur grossen Meisterchance für die ZSC Lions hätte werden können, bringt den EVZ zurück ins Meisterrennen. Dank einer unglaublichen Willensleistung schiessen die Zuger in Unterzahl den Führungstreffer. Jan Kovar erobert hinter dem gegnerischen Tor die Scheibe und spielt sie auf Dario Simion, der das Tor trifft. Es ist eine Kombination, die die Bossard Arena an diesem Abend mehrmals zum Kochen bringt und Spiel sechs am Freitag im Hallenstadion erzwingt.

Das sagt Marco Müller zum Sieg:

Quelle: PilatusToday/Daniel Schmuki

Die Arena steht für zwei Minuten

Die Zuger Paradelinie bringt die Bossard Arena bereits im zweiten Drittel zum Stehen. Es ist ein unglaublicher Konter, der die EVZ-Fans in Begeisterung versetzte. Zugs Topscorer Jan Kovar dringt mit extrem viel Speed ins Zürcher Drittel ein und legt perfekt auf Sturmpartner Dario Simion auf. Der Tessiner erzielt den wichtigen Zuger Ausgleichstreffer in der 38. Spielminute. Der Treffer bringt die Zuger Meisterträume definitiv zurück. Dies feierten die Zuger Fans mit einer zweiminütigen Standing Ovation.

Die EVZ-Fans können weiter auf den Titel hoffen.

© KEYSTONE/Ennio Leanza

Verlierer gehen wieder zuerst in Führung

Das erste Tor des Abends gelang den Zürchern. ZSC-Topscorer Denis Malgin findet seinen Tanzpartner in EVZ-Verteidiger Nico Gross. Im Aufbauspiel verliert er den Puck an Malgin, der Leonardo Genoni danach souverän bezwingt. Damit ist es wie in den vorangegangenen Spielen wieder zur Situation gekommen, dass der Verlierer des Spiels das erste Goal geschossen hatte.

Suri kann Eis nicht selbständig verlassen

Zugs Identifikationsfigur Reto Suri krümmt sich 90 Sekunden vor Ende des ersten Drittels vor Schmerzen am Boden. Die Arena kocht nun definitiv. Was ist passiert? ZSC-Stürmer Marco Pedretti lässt auf der Mittellinie sein Bein stehen. Suri hackt unglücklich ein und verlässt das Eis, gestützt von seinen Teamkollegen. Auch für Pedretti bedeute die Szene das Ende der Partie. Die Schiedsrichter schicken ihn unter die Dusche. Wie es Reto Suri geht ist noch nicht bekannt. «Er ist nicht in seiner Bestform», sagt Dan Tangnes gegenüber SRF.

Wenige Sekunden später sitzt bereits der nächste Zürcher auf der Strafbank. Yannick Weber muss wegen eines sehr unsportlichen Stockschlags gegen Gregory Hofmann auf die Bank. Ein Schlag der auch mehr als nur zwei Minuten verdient hätte. Die Zürcher Strafen kommen am Ende eines ersten Drittels, in welchem der EVZ die klar spielbestimmende Mannschaft war. Es fehlte entweder im letzten Pass oder im Abschluss die nötige Genauigkeit.

Dario Simion erzielt einen Hattrick

Der EVZ ist zeitweise nahe am Saisonende in diesem fünften Final-Spiel. 15 Minuten vor Schluss trifft ZSC-Stürmer Justin Sigrist aus kurzer Distanz nur den Pfosten. Auch zeigte der EVZ kein überzeugendes Powerplay. Doch der EVZ entfesselte sich auf beeindruckende Art und Weise. Die Zuger Leistungsträger sind in den entscheidenden Momenten da. Auch als die Zürcher ihren Schlussmann aus dem Tor nehmen, ist es das Duo Kovar-Simion, das die Arena zum Jubeln bringt.

Der EVZ verkürzt dank des 4:1-Siegs auf 2:3 in der Serie. Damit fehlen dem EVZ nun noch zwei Siege, um Historisches zu schaffen. Der erste Meistertitel nach einem 0:3-Rückstand liegt in der Luft.

Das sagt der Matchwinner:

«Das Powerplay war nicht so gut», sagt Simion nach dem Spiel, aber sonst ist er zufrieden, auch mit seinem Hattrick: «Tore schiessen tut immer gut, aber auch die anderen waren gut – die ganze Mannschaft. Kovar ist für mich der beste Spieler der Schweiz.» Nach dem zweiten Drittel habe die Mannschaft für den verletzten Suri gespielt. Wie Zug auch in Spiel sechs überzeugen will, erzählt der dreifache Torschütze im Video:

Quelle: PilatusToday/Daniel Schmuki

Hier gibts die Partie zum Nachlesen:

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(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. April 2022 19:32
aktualisiert: 28. April 2022 07:33