Pascal Schürpf

Mit Hilfe von Superstar-Guru zum FCL-Comeback

Philipp Breit, 16. März 2022, 18:03 Uhr

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Geschichten aus einer langen Leidenszeit von Verletzungen kann Pascal Schürpf einige erzählen. Seit Monaten plagen den FCL-Stürmer Knieprobleme. Mal spielt er, dann ist er wieder verletzt, dann spielt er wieder. Aktuell fällt er aus. Damit seine Verletzungszeit bald vorüber ist, hat er sich Hilfe aus Lyon besorgt.

Pascal Schürpf reiste in die Gourmethauptstadt Frankreichs. Natürlich nicht wegen dem feinen Essen und der schönen Stadt, sondern wegen der ausgezeichneten ärztlichen Hilfe. In Lyon ist Jean-Marcel Ferret zu Hause. Seines Zeichens Weltmeister und Europameister mit Frankreich. Ein absoluter Spezialist.

«Er selbst praktiziert zwar nicht mehr, er macht jedoch noch Freundschaftsdienste», so Pascal Schürpf. Ein Freundschaftsdienst, den Schürpf dank bester Beziehungen von FCL-Konditrainer Christian Schmidt zu Ferret bekommt. «Er macht Freundschaftsdienste und behandelt Superstars. Und mich», sagt Schürpf und lacht. «Natürlich bin damit nicht ich gemeint. Aber ich bin wirklich dankbar, dass ich via Christian an ihn rangekommen bin.»

Und so hat sich der 74-jährige Spezialist das Problemknie von Schürpf genauer angeschaut. «Er hat relativ schnell vorgeschlagen, dass ich für die Behandlung gleich in Lyon bleiben soll.» Dank guter Kontakte seitens Ferret kam Schürpf so in ein Aufbauprogramm. Doch was soll behandelt werden? Wo liegt das Problem von Schürpf? «Der Schlag damals gegen YB ist der Ursprung des ganzen Übels», erklärt Schürpf. Flüssigkeit sammelte sich an. Der ganze Kniebereich geriet in ein Ungleichgewicht. Diese Balance wiederherzustellen, ist nun das Ziel der Behandlung. «Mit verschiedenen Übungen versuchen wir nicht nur das Knie selbst, sondern alle Muskeln und sehnen drumherum zu stärken – dass sich das Knie in Zukunft quasi selbst vor weiteren Verletzungen schützen kann.»

So sieht das Aufbautraining von Pascal Schürpf aus:

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Schürpf ist nicht gerade bekannt für seine geschmeidigen Bewegungen und Gazellen-ähnlichen Läufen. Sein eher kräfteraubender Spielstil kam seinen Knien sicherlich nicht zugute. Auch wenn Knieprobleme mit zunehmendem Alter keine Seltenheit sind, gab es in Lyon Hoffnung für Schürpf: «Der Arzt meinte, er habe schon viel schlimmere Knie gesehen als meines», betont Schürpf. «Es sind ganz normale Abnützungen, die ich habe. Abnützungen, die für einen bald 33-Jährigen ganz normal sind.» Über ein baldiges Karriereende müsse er sich auch keine Gedanken machen – zumindest noch nicht. «Auch mit schlimmeren Knien als meinen haben Spieler noch drei oder vier Jahre weitergespielt. Und Jean-Marcel Ferret hat 40 Jahre Erfahrung in diesem Bereich, ihm glaube ich definitiv», sagt Schürpf und lacht.

Schürpf lässt sich Zeit für Comeback

Am Freitag wird es für Pascal Schürpf voraussichtlich wieder zurück in die Schweiz gehen. Mit vielen Erfahrungen, wichtigen Erkenntnissen und schon jetzt einem bessern Knie. «Bereits nach einer Woche Therapie spüre ich einen grossen Unterschied. Ich merke, wie mein Körper auf die Behandlungen reagiert. Mittlerweile habe ich sogar schon wieder Trainingseinheiten mit Fussballschuhen auf Rasen absolviert.» Und dennoch: Mit einer Rückkehr ins Mannschaftstraining will sich Schürpf Zeit lassen. «Ich komme erst wieder, wenn ich bei 100 Prozent bin. Alles andere macht keinen Sinn. Ich will ja nicht wieder ausfallen.» Ob er in zwei oder drei Wochen seinen Teamkameraden wieder zur Verfügung steht, will Schürpf nicht orakeln. Schürpf ist erfahren genug, um auf seinen Körper zu hören. Wenn dieser ihm das Zeichen gibt, dann wird auch Schürpf wieder im Dress des FCL voll angreifen. Dank Hilfe aus Lyon dann hoffentlich auch langfristig verletzungsfrei.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. März 2022 17:33
aktualisiert: 16. März 2022 18:03