Super League

Neue Regel – Problematik bleibt dieselbe

Tobias Hotz, 23. November 2020, 17:14 Uhr
Auch mit der neuen Regelung kann es noch kurzfristig heissen – «Alles wieder abbauen».
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Die 20 Klubs der Swiss Football League (SFL) stimmten einer neuen Regelung für Spielverschiebungen zu. Neu muss ein Klub zum Match antreten, wenn er 14 Feldspieler und zwei Goalis zur Verfügung hat. FCL und Co. sind weiterhin auf die Gunst der Kantonsärzte angewiesen.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt hätten bereits 90 Partien in der Super- und Challenge League gespielt werden sollen. Zum geplanten Zeitpunkt angepfiffen wurden lediglich 72 Partien. Insgesamt mussten 18 Partien Corona-bedingt verschoben werden. Allein drei Verschiebungen gehen auf das Konto des FC Sion.

Auch ein Spiel des FCL wurde bereits verschoben – Überraschung, es war der Match gegen Sion.

Dass es in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ligen zu so vielen Verschiebungen kam, hat auch mit ihren relativ lockeren Regelung zu tun. So gilt zum Beispiel in Österreich bereits seit Beginn der Saison die Regelung, welche nun in der Schweiz eingeführt wird. Bis anhin konnte ein Klub bereits eine Verschiebung beantragen, wenn sechs Spieler wegen Corona ausfielen.

Bloss eine Verschiebung in Österreich

Die österreichische Bundesliga zeigt, dass es mit der neuen Regelung tatsächlich zu weniger Verschiebungen kommt. In acht Runden musste erst ein Spiel verschoben werden und dies sogar bei mehr Teams in der Liga. Natürlich spielen dabei auch Faktoren wie die örtlichen Quarantänebestimmungen und die Einhaltung der Corona-Regeln durch die Spieler eine Rolle.

Kantonsärzte bleiben im Lead

Auch der FCL stimmte für die Regeländerung betonte gleichzeitig, dass bei einem Corona-Fall weiterhin der Kantonsarzt eine wesentliche Rolle spielt. Steckt er eine Mannschaft in Quarantäne, ist eine Verschiebung unumgänglich. Dies bestätigt auch Philippe Guggisberg, Chef Medien bei der SFL: «Es gab in letzter Zeit immer wieder einzelne positive Fälle, worauf kantonale Behörden eine Mannschaft in Quarantäne geschickt haben. Die Kantone bleiben hier weiterhin im Lead.» Die SFL sei in Gesprächen mit den Behörden, dass dies nicht mehr so häufig geschieht.

Die Kantonsärzte, wie zum Beispiel die Berner Kantonsärztin Linda Nartey, werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

© Keystone

An den Super-League-Klubs ist nun, eine Liste mit mindestens 30 Spielern zu erstellen. Sind 16 dieser Spieler verfügbar, wird das Spiel durchgeführt. Eine Spielverschiebung wegen Corona wird so unwahrscheinlicher. Auf unsportlichem Weg können Klubs eine Verschiebung weiterhin erzwingen. Denn ob ein Spieler beispielsweise wegen einer Muskelverletzung tatsächlich nicht spielfähig ist oder nicht, kann nur schwer überprüft werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. November 2020 17:23
aktualisiert: 23. November 2020 17:14