Alles zum Playoff-Start

«Wir wollen nach ganz vorne» – in Zug ist das Ziel klar!

Tobias Hotz, 13. April 2021, 13:51 Uhr
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: PilatusToday

«Crunch-Time» im Schweizer Eishockey. Die Playoffs stehen vor der Tür. Für die Quali-Sieger aus Zug sollen die Viertelfinals auf dem Weg zum Titel bloss eine Zwischenstation sein. Mit Bern wartet jedoch ein unberechenbarer Gegner.

Am Dienstag geht es endlich los mit den Playoff-Viertelfinals. Nach einer langen und zum Teil mühsamen Saison (jedes Team musste mindestens einmal in Quarantäne) beginnt nun die heisse Phase der Meisterschaft. Neben dem Coronavirus hat vor allem der EV Zug der Qualifikation den Stempel aufgedrückt. Absolut dominant glitten die Zuger von Siegesserie zu Siegesserie und beendeten die Qualifikation mit einem neuen Punkterekord (119) und 27 Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger Lugano.

Titelverteidiger gegen Saison-Dominator

Das erst jetzt die heisse Phase beginnt, zeigt nur schon das Viertelfinalduell zwischen dem EVZ und dem SCB. Qualifikationssieger gegen Titelverteidiger. 724 Tage nach dem letzten Playoff-Spiel auf Schweizer Eis könnte für die Zuger die Stunde der Revanche für das verlorene Finalduell gegen die Berner (Serie: 4:1 für Bern) geschlagen haben.

Vor zwei Jahren waren Gaetan Haas (jetzt in der NHL) und Leonardo Genoni (jetzt beim EVZ) noch zu stark für die Zuger.

© Keystone / Alexandra Wey

Die Ausgangslage für die Serie ist jedoch eine andere als noch vor zwei Jahren. Die Zuger sind nochmals abgeklärter, effizienter und schneller geworden im Vergleich zu vor zwei Jahren. Die Berner ihrerseits befinden sich noch im Umbruch und ihr Meister-Goalie Leonardo Genoni steht nun für die Zuger zwischen den Pfosten. Eine klare Sache könnte man also meinen? Keinesfalls, die Berner konnten sich zuletzt steigern und wurde nach einer schwachen Qualifikation auch schon Meister (2016).

Zugs Sportchef Reto Kläy ist im Hinblick auf die Serie gegen Bern sehr zuversichtlich. «Junge Spieler mussten im Finale 2017 noch Lehrgeld zahlen, diese haben nun viel an Erfahrung gewonnen. Zusätzlich sind sehr erfahrene Spieler zum Team gestossen», so Kläy. Nach der Rekord-Qualifikation ist das Ziel in Zug dementsprechend klar. «Wir wollen nach ganz vorne kommen», so der Zuger Sportchef.

In Zug (er)wartet man sehnsüchtig den zweiten Meistertitel nach 1998.

© Keystone / Arno Balzarini

Ausgangslage – Zug klarer Favorit gegen aufkommende Berner

Die Qualifikationssieger aus Zug (119) haben nach der Regular-Season mehr als doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie die Hauptstädter (56). Die Frage nach der Favoritenrolle erübrigt sich also. Mit Leonardo Genoni haben sie den besten Torhüter und mit Jan Kovar den produktivsten Offensivspieler in ihren Reihen. In dieser Saison haben die Zuger auch bewiesen, dass sie prominente Ausfälle, wie zum Beispiel jener des Nati-Stürmers Grégory Hofmann, problemlos ersetzen können. Der Motor der Zuger läuft, egal welche Rädchen gerade eingebaut sind.

Die Berner ihrerseits machten zahlreiche Schlagzeilen neben dem Eis. Ende November wechselten die Berner nach schwachem Saisonstart den Trainer und auch Sportchefin Florence Schelling wurde stark kritisiert und schlussendlich wurde ihr Raeto Raffainer vor die Nase gesetzt. Die Regular-Season beendeten die Berner auf dem enttäuschenden neunten Rang. Die Qualifikation für die Viertelfinals schaffte der SCB nur dank der Einführung der Pre-Playoffs. Gemessen am Punkteschnitt spielten die Berner ihre schlechteste Quali-Saison seit 1988.

Komplett abschreiben sollte man die Berner dennoch nicht. Seit Mario Kogler an der Bande steht, haben sich die Berner stabilisiert. In den Pre-Playoffs gegen Davos (Serie: 2:1 für Bern) haben sie sich in der Defensive bissig gezeigt. Besonders brillierte dabei der finnische Schlussmann Tomi Karhunen. Er parierte 53 Schüsse im letzten Spiel gegen Davos. Die Berner sind bereits im Playoff-Modus.

An Tomi Karhunen war in den Pre-Playoff fast kein vorbeikommen.

© Keystone / Jürg Staiger

Bei den Direktduellen in dieser Saison haben die Zuger klar die Nase vorn. Bei sechs Duellen gab es nur eine Niederlage nach Verlängerung für den EVZ. Darunter auch sehr klare Siege, wie das 7:1 Ende Februar.

Finale-Serie mit nur drei Spielen?

Die Liga hat in den nächsten Wochen ein Ziel. Bis zum 14. Mai einen Meister zu finden. Danach beginnt die Vorbereitung der Schweizer Nati für die WM in Riga. Die Viertelfinals werden im gewohnten Best-of-7-Format durchgeführt. Danach wird kurzfristig entschieden. «Nach Abschluss jeder Serie entscheiden die im Wettbewerb verbleibenden Mannschaften über das Format der nächsten Playoff-Runde», schreibt die Swiss Ice Hockey Federation in einer Mitteilung. Konkret heisst dies, dass der Meister in einer Best-of-3-Serie gekürt werden könnte.

Teams gehen in «Double-Bubble»

Während der Qualifikation mussten die Teams reihenweise in Quarantäne. Zugs Gegner Bern allein fünfmal. Damit dies während den Playoffs nicht passiert, wird das «Double-Bubble»-Konzept eingeführt. Sämtliche Spieler bewegen sich ausschliesslich innerhalb der Eishalle und dem eigenen Zuhause. Welche Konsequenzen ein positiver Fall hat, liegt schlussendlich in den Händen der Gesundheitsbehörden. «Bei strikter Einhaltung des Double-Bubble-Konzepts und der Schutzmassnahmen in Kombination mit regelmässigen Tests führt ein positiver Fall zu dessen Isolation – jedoch zu keinen weiteren Quarantänemassnahmen», schreibt der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri auf Anfrage.

Das erste Spiel beginnt heute um 20.00 Uhr in Zug. Mit PilatusToday bist du live dabei.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 13. April 2021 12:04
aktualisiert: 13. April 2021 13:51