Projekt Busumbau

«Einfach drauflosfahren und die Natur zusammen geniessen»

Martina Birrer, 15. April 2022, 19:20 Uhr

Quelle: Tele 1

Seit zwei Jahren steckt Philipp Kaufmann aus Rothenburg jede freie Minute in den Umbau seines zukünftigen Reisebusses. Viele Strapazen hat er schon erlebt, doch zum Glück lernte er seine Freundin Maria Flühler kennen. Im Team geht es einfacher.

«Es schweisst uns sehr fest zusammen. Wir lernen die Schwächen und Stärken des anderen kennen», sagt Philipp Kaufmann und strahlt seine Freundin Maria Flühler an. Die beiden stehen gerade im grauen Auto, Marke Mercedes Sprinter und montieren eine neue Schublade, welche unter das künftige Bett kommen soll.

Philipp Kaufmann kaufte sich den Sprinter vor zwei Jahren. Sein Ziel: In einen eigenen Reisebus umbauen. Er selbst ist gerne unterwegs, möchte aber dort Ferien machen, wo andere Menschen nicht sind. Deshalb startete er das Projekt Busumbau.

Rost wurde zum Zeitfresser

Er entschied sich für einen Mercedes Sprinter. Für Philipp Kaufmann war dieser eine gute Grundbasis, denn er kann im Bus stehen und auch das Getriebe des Busses entsprach seinen Vorstellungen.

Voller Tatendrang ging er an die Arbeit und entdeckte unten am Bus etwas Rost. Als gelernter Lastwagenmechaniker war für Kaufmann sofort klar: Der Rost muss weg. Doch schwieriger als gedacht, denn er entdeckte immer mehr Rost. Dieser entfernte er schlussendlich über vier Monate lang. «Es war wirklich ein Dämpfer, am liebsten hätte ich den Bus einfach an den Strassenrand gestellt. Jemand hätte ihn schon mitgenommen», so Kaufmann.

Zum Glück lernte Philipp Kaufmann während des Umbaus Maria Flühler kennen. Sie hegt die gleiche Begeisterung für das Reisen mit dem Bus. Die Beziehung zwischen den beiden passt gleich in mehreren Facetten. Hatte Philipp wieder einen Wutausbruch wegen des Rostes, so half Maria mit ihrer ruhigen Art. «Maria munterte mich wieder auf und sagte, dass wir es nochmals probieren sollen.»

Bruce, the Bus

Als der Rost endlich entfernt war, bekam der Bus einen grauen Anstrich. Von aussen war der Bus also fertig, ausgestattet war er jedoch nur aufs Minimum. Trotzdem wollten die beiden eine Spritztour machen. Sie entschieden sich für das Meer und fuhren nach Kroatien. Dort wurde der Reisebus auf den Namen «Bruce» getauft. «Bruce» meisterte den Trip mehrheitlich hervorragend, es gab lediglich eine kleine Panne mit der Elektrizität.

Zurück in der Schweiz ging der Ausbau von «Bruce» weiter. Philipp Kaufmann schaute viele Videos, um sich sein Wissen anzueignen. Welche Tipps die beiden Busumbauer sonst noch haben, siehst du im Video oben.

Nach zwei Jahren Ausbau ist der Bus noch immer nicht fertig. Denn, wie man auf Schweizerdeutsch sagen würde, ist Philipp Kaufmann ein «Tüpflischeisser». «Ich habe klare Vorstellungen, wie ich Bruce haben möchte. Ich habe mein Bild im Kopf. Manchmal montiere ich etwas, merke, dass es mir nicht gefällt und nehme es wieder weg. Maria versteht das manchmal nicht», so Philipp Kaufmann lachend. Maria Flühler sagt dazu nur: «Es muss einfach in sein Bild passen und da ist ihm alles andere egal.»

«Bruce» soll schlussendlich alles beinhalten, damit die beiden für eine längere Zeit vereisen können. Ein Bett, eine Dusche, ein Kochfeld und möglichst viel Stauraum. Wohin es gehen soll, ist für die beiden schon klar. Eine viermonatige Reise zum Nordkap. Maria: «Wir möchten einfach drauflosfahren und die Natur zusammen mit Bruce geniessen.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. April 2022 19:52
aktualisiert: 15. April 2022 19:52