Frühlings-Kuren

So kommst du raus aus dem Winterschlaf und rein in die Vitalität

Vanessa Zemp, 10. April 2022, 12:34 Uhr
Eine Saftkur dauert in der Regel drei bis zehn Tage, ist also eine intensive Kur-Variante.
Bereit für den Frühling? Es fing an mit dem Dry-January und geht nun weiter mit diversen Frühlingskuren. Aber warum macht man solche und für was sind sie überhaupt gut? Dank den Tipps einer Luzerner Drogistin bist zu bestens vorbereitet.

Man könnte sagen, die Welt erwacht aus dem Winterschlaf. Nach den dunklen und kalten Tagen fängt die Natur wieder an zu blühen. Das Gleiche gilt für unseren Körper. «Es ist an der Zeit, den Stoffwechsel in Schwung zu bringen und Giftstoffe und negative Winterlasten loszuwerden», sagt Drogistin Corina Zacherl der Naturdrogerie Frey in Kriens.

Die Geschichte der Frühlingskuren liegt weit zurück und doch sind sie heutzutage voll im Trend. Schüsslersalzkuren, Saftkuren oder Basenfasten; es gibt verschiedenste Varianten. «Unsere wichtige Darmflora kann von gewissen Frühlingskuren ungemein profitieren und dadurch eine bessere Verdauung unterstützen», so Zacherl. Nährstoffe können besser aufgenommen werden und auch unsere Leber und Galle haben Zeit, sich zu regenerieren.

So wichtig sind Bitterstoffe

Mit den wärmeren Tagen fangen etliche Pflanzen an zu blühen und somit wird auch der Speiseplan abwechslungsreicher. Es gibt mehr Frisches. «Wer im Alltag auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Bitterstoffen achtet, kurbelt den Stoffwechsel automatisch an.»

Bitterstoffe seien wichtig für die Darmflora, so können Organe wieder besser arbeiten. Ein Beispiel seien die Salate Rucola oder Chicorée. Was man aber bedenken soll: «Bitterstoffe sind heutzutage nicht mehr gleichermassen in Nahrungsmittel vorhanden wie früher», so die Drogistin. Es werden im Vergleich zu früher viel mehr Nahrungsmittel in kurzer Zeit gezüchtet und produziert. Darunter leidet die Qualität der Nahrungsmittel.

Diejenigen, welche sich also noch intensiver mit dem Frühlings-Detox auseinandersetzen möchten, haben verschiedene Möglichkeiten dazu. Wir haben euch ein paar Beispiele zusammengestellt:

Basenfasten – die langfristige Variante

Beim Basenfasten besteht 80 Prozent der täglichen Ernährung aus basischen Lebensmitteln.

Wer schon einmal vom Basenfasten gehört hat, dem ist bestimmt auch die 80 Prozent zu 20 Prozent-Variante bekannt. 80 Prozent der täglichen Ernährung besteht aus basenüberschüssigen Lebensmitteln, also hauptsächlich Gemüse, aber auch Getreide wie Hirse oder Nüsse. 20 Prozent bestehen aus säureüberschüssigen Lebensmitteln wie zum Beispiel tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Eier und Milch.

Gewisse Nahrungsmittel wie Schweinefleisch, Süsswaren oder Alkohol sollten gemieden werden. Diese Nahrungsmittel sind sehr säurehaltig und schaden somit der Balance des Basenfastens.

Anders als bei anderen Kuren werde diese Variante oft über längere Zeit angewendet. Besonders bei Personen mit chronisch entzündlichen Krankheiten wie Rheuma, sei diese Kur über eine längere Periode sinnvoll.

Schüsslersalzkuren – die sanfte Variante

Schüssler-Salze bestehen aus homöopathisch potenzierten Mineralsalzen.

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Die vor über 140 Jahren entwickelte Methode von Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler ist bis heute populär. Diese Schüssler-Salze bestehen aus homöopathisch potenzierten Mineralsalzen. Diese können neben der täglichen Ernährung als Ergänzung eingenommen werden. Bei dieser Kur geht es hauptsächlich darum, den Mineralstoffhaushalt innerhalb der Zelle wieder herzustellen.

Es gibt ein sehr breites Angebot zu verschiedensten Themen. Deshalb lohne sich laut Zacherl in diesem Bereich eine Beratung durch eine Fachperson.

Es sei eine natürliche Möglichkeit, welche über eine lange Zeit eingenommen werden kann. Da es sich um eine sanfte Variante handelt, merke man normalerweise keinen sofortigen Effekt. Die meisten Kuren dauern zwischen einem und drei Monaten.

Saftkuren – die intensive Variante

Bei Fruchtsaftkuren solle man mehr Gemüsesäfte anstelle von reinen Fruchtsäften trinken.

Saftkuren dauern in der Regel drei bis zehn Tage. Eine eher intensive Variante, da man sich während dieser Zeit ausschliesslich von Säften ernährt.

Verdauungsorgane werden entlastet, da die Säfte häufig vorwiegend aus Gemüse, Früchten und Superfood bestehen. Heisst: Solche Säfte sind leicht verdaulich.

Wegen des hohen Fruchtzuckeranteils solle man mehr Gemüsesäfte anstelle von reinen Fruchtsäften trinken. Eine gute Variante sei zum Beispiel Kartoffelsaft, da dieser sehr magenschonend ist und ausserdem Refluxprobleme vermindert.

Diese Punkte sind zu beachten

Generell gelte: «Weniger ist mehr», gibt Zacherl zu bedenken. Besser sei es, langsam zu starten und sich vorsichtig an die Kur heranzutasten. Bei extremem Fasten könne es ansonsten bis zu einem Gichtschub kommen. Nicht jede Variante ist für jeden geeignet. Schwangere, sowie Frauen in der Stillzeit, sollten besser verzichten. Auch Personen mit Vorerkrankungen sollten sich vorher besser von einer Fachperson beraten lassen.

Nebst der Ernährung sollte zudem auf eine ausreichende Zufuhr an Wasser geachtet werden, so Zacherl. Daneben ist ein gesunder Lifestyle mit Bewegung, richtiger Atmung und Entspannung unabdingbar.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 10. April 2022 12:19
aktualisiert: 10. April 2022 12:34