Zentralschweiz

Das Wetter bleibt grau und nass: Warum das gut für die Umwelt ist

Regnerische Tage

Das Wetter bleibt grau und nass: Warum das gut für die Umwelt ist

Jan Fedeli, 9. Mai 2023, 09:02 Uhr
Die Niederschläge haben die Trockenheit in der Zentralschweiz deutlich entschärft
© Matthias Jurt
Sonnenliebhaberinnen und Sonnenliebhaber müssen stark sein: Diese Woche bleibt es regnerisch und nass. Trotzdem hat der Regen seine gute Seite. Aufgrund der Niederschläge hat sich die Situation um die Trockenheit entschärft.

Der Regen führte am Sonntag in der Zentralschweiz zu zahlreichen vollen Kellern und Feuerwehreinsätzen. Im Verlauf des Abends gingen bei der Kantonspolizei Schwyz rund 40 Notrufe ein. Gewitter hatten auf der Alpennordseite lokal und regional grosse Niederschlagsmengen in kurzer Zeit gebracht, wie es im hydrologischen Bulletin des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) vom Montag heisst. Am stärksten betroffen waren dabei das Berner Oberland, der zentrale und östliche Alpennordhang und das zentrale und östliche Mittelland.

Kein besseres Wetter in Sicht

Das graue Regenwetter bleibt uns in den kommenden Tagen erhalten. «In den nächsten Tagen gibt es in der Zentralschweiz keinen Tag, der vollkommen trocken ist», so Geraldine Zollinger von Meteonews gegenüber PilatusToday und Tele 1. Grund dafür sind verschiedene Tiefdrucksysteme, die aufeinander folgen.

Lokal kann zwar die Sonne scheinen. Das währt aber meist nur kurz, denn das Tageswetter ist aktuell sehr unbeständig. «Wie es scheint, kommen wir momentan nicht aus dem Nass heraus», so Zollinger. Auch nächste Woche ist keine Besserung in Sicht: «Nach aktuellen Prognosen erwarten wir nächste Woche kein stabiles Hochdruckgebiet. Das Wetter bleibt also unbeständig.»

Die Prognosen von MeteoNews zeigen unbeständiges Wetter für die nächsten Tage. 

© MeteoNews

Trockenheit hat sich entschärft

Mit dem Regen vom Wochenende sind dafür die Pegelstände der Seen in der Zentralschweiz angestiegen. Laut Bafu liegen sie sogar über dem langjährigen Mittelwert. Besonders viel Wasser hat der Vierwaldstättersee mit einem Pegelstand von 433,87 Metern über Meer.

Insgesamt hat sich die Situation der Trockenheit entschärft. In der gesamten Zentralschweiz gelten keine Waldbrandwarnungen mehr. Ebenfalls wieder im Normalbereich liegen die Grundwasserstände in der Zentralschweiz.

Zu wenig Schnee

Weiterhin unter dem langjährigen saisonalen Mittelwert liegen allerdings die Schneemengen. Sollte es im Frühsommer länger trocken bleiben, würde ein Teil der Zuflüsse für die Gewässer fehlen, betont das Bundesamt für Umwelt. Eine erneute Trockenzeit wäre die Folge.

Der trockene Montag dürfte nur ein kurzes Zwischenspiel gewesen sein. Am Dienstagabend kommt der Regen teils kräftig zurück und sorgt dafür, dass die Wasserstände in den Seen weiter ansteigen. Auf der Alpennordseite sinkt die Schneefallgrenze dabei bis gegen 1600 Meter.

Jan Fedeli
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Mai 2023 09:02
aktualisiert: 9. Mai 2023 09:02