Zentralschweiz

Gesundheitsverbände besorgt: Jugendliche im Vape-Hype

Tabakkonsum

Jugendliche im Vape-Hype – Gesundheitsverbände besorgt

18. Februar 2023, 06:40 Uhr

Quelle: Tele 1

Seit Einweg-E-Zigaretten – sogenannte Vapes – auf dem Schweizer Markt erlaubt sind, explodiert die Nachfrage. Gerade bei Jugendlichen sind die bunten Dampfer beliebt. Gesundheitsverbände sprechen von einer «alarmierenden» Entwicklung.

Vapen – damit gemeint ist das Dampfen von Einweg-E-Zigis. Dabei wird, anders als bei Zigaretten, nichts verbrannt. Stattdessen riecht es nach Banane, Mango oder Passionsfrucht – je nach Gusto.

Und genau das ist laut der Lungenliga Zentralschweiz das Problem: «Viele Jugendliche sagen, sie würden nie rauchen, das sei ungesund. Aber Vapen geht anscheinend ohne Problem. Dabei geht das Zentrale oft unter: Der süchtig machende Stoff Nikotin ist sowohl bei Vapes als auch bei Zigaretten drin», so Tina Meyer, Geschäftsführerin Lungenliga Zentralschweiz.

Anders schädlich

Der Dampf der sogenannten Vapes enthalte zwar weniger Schadstoffe als herkömmliche Zigaretten, je nach Produkt jedoch auch Schadstoffe, die in herkömmlichen Zigaretten nicht vorhanden seien. Unter dem Strich sei beides gleich schädlich, nur mit dem Unterschied: «Der erste Zug bei einer Vape ist viel einfacher, er ist nicht so ‹gruusig› wie bei einer Zigarette, macht aber genauso abhängig», so Meyer.

Zielgruppe: Kinder und Jugendliche

Und abhängig von Nikotin sind bereits einige – gerade Junge. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) rauchen rund 40 Prozent der 20- bis 24-Jährigen in der Schweiz. Und Vapes machen es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht besser: Mit ihren farbigen Verpackungen und fruchtigen Geschmäckern sprächen sie vor allem Kinder und Jugendlich an.

Ein grosses Problem in der Schweiz sei zudem der legale Verkauf an Minderjährige in den meisten Kantonen: «In der Zentralschweiz ist der Kanton Obwalden der Einzige, der Vapes erst ab 18 verkauft», so Meyer.

A vape a day...

Der CBDeluxe Shop Seetal berichtet allerdings von anderen Erfahrungen: «Die Kundschaft, die Vapes bei uns kauft, reicht von Jung bis Alt», so Mitarbeiter Raphael von Deschwanden im Interview mit PilatusToday und Tele 1. Ausserdem würden sie versuchen, stets transparent zu kommunizieren: «Wir sagen den Leuten, dass es schädlicher als Zigarettenrauchen ist, wenn man beispielsweise eine ganze Vape an einem Tag raucht.»

«Es ist eine Droge»

Transparente Kommunikation hin oder her: Fakt ist, die Vapes liegen im Trend. Nach der Einführung in der Schweiz seien die Verkaufszahlen in den Jahren 2020 und 2021 zwar zuerst eher schleppend gestiegen. Im letzten Jahr hat es aber laut der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz einen Schub gegeben mit einem Marktwachstum von 2200 Prozent.

Eine Zahl, die Gesundheitsverbände als «alarmierend» einstufen. Es brauche dringend eine Sensibilisierung: «Man muss merken, dass diese Leuchtstifte keine Leuchtstifte sind. Es ist eine Droge, die sehr stark abhängig macht», so Tina Meyer von der Lungenliga Zentralschweiz.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. Februar 2023 06:30
aktualisiert: 18. Februar 2023 06:40